Grundlagen der Schulmedizin: Behandlungskriterien
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Woran können PatientInnen erkennen, ob eine Behandlung gut oder schlecht ist?
Die meisten PatientInnen können mangels Fachwissen kaum beurteilen, ob eine medizinische Behandlung gut oder schlecht durchgeführt wurde, ob sie nötig war oder nicht nötig war usw. Sogar, wenn bei einer Behandlung etwas schief läuft, können die wenigsten PatientInnen beurteilen, ob es an einer medizinisch schlechten Behandlung gelegen hat. Umgekehrt: Wenn eine Behandlung gute Ergebnisse hat, dann muss dies nicht unbedingt an einer guten medizinischen Behandlung gelegen haben.
Dennoch gibt es Kriterien, anhand derer PatientInnen gute von schlechten Behandlungen unterscheiden können. Diese Kriterien beziehen sich zwar nicht unmittelbar auf medizinische Fragestellungen, doch haben sie Einfluss auf die medizinische Qualität von Behandlungen. Auf dieser Seite sollen solche Kriterien gesucht und besprochen werden.
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Die Möglichkeit, zu sagen, was "nicht stimmt"
Wenn wir ein Gerät zur Reparatur bringen, dann wird uns im Allgemeinen die Möglichkeit gegeben zu beschreiben, was mit dem Gerät nicht stimmt. Bei komplizierten Geräten rechnet unser Gegenüber in der Regel mit einer laienhaften, unklaren Beschreibung. Er oder sie fragt gegebenenfalls nach und versteht es, unsere Beschreibung in technische Begriffe zu "übersetzen", mit denen er oder sie arbeiten kann.
Dieses Vorgehen, das im Bereich der Gerätereparatur als selbstverständlich gilt, ist im Bereich medizinischer Behandlungen häufig nicht (mehr) anzutreffen.
Wenn ein (Fach-)Arzt / eine (Fach-)Ärztin sich nicht die Zeit nimmt, sich laienhafte, unklare Beschreibungen anzuhören, dann ist mit einer schlechten medizinischen Behandlung zu rechnen. Insbesondere werden mit hoher Wahrscheinlichkeit seltenere Erkrankungen übersehen oder häufigere Erkrankungen auch dann gesehen, wenn sie nicht vorliegen. Man sollte nicht den Fehler bei sich selbst suchen und sich etwa sagen: "Das ist meine Schuld. Ich rede zu verworren und zu umständlich." Sondern man sollte sofort den Arzt bzw. die Ärztin wechseln.
Ein Grund dafür, dass ÄrztInnen anders als z.B. MitarbeiterInnen von Geräte-Servicestellen nicht bereit sind, sich "Fehlerbeschreibungen" anzuhören, ist: Je mehr Zeit einE ÄrztIn sich für die PatientInnen nimmt, desto niedriger wird ihr/sein "Stundenlohn". Vor die gleiche Problematik ist jede Handwerkerin, jeder Freiberufler gestellt: Gründliche Arbeit bringt weniger ein als Schema-F-Verfahren.
Unterschriften
Wenn PatientInnen etwas unterschreiben, das sie eigentlich nicht genau genug verstehen oder das sie eigentlich nicht unterschreiben wollen, so zeigt dies an, dass die PatientInnen bedrängt werden. Es ist dann damit zu rechnen, dass PatientInnen auch zu medizinischen Behandlungen gedrängt werden.
Viele PatientInnen bemerken erst nachträglich, dass sie zu etwas gedrängt wurden, oder sie bemerken zwar, dass sie zu etwas gedrängt werden, sind aber praktisch nicht in der Lage, dem Einhalt zu gebieten (man wird quasi "überfahren").
Eine Möglichkeit zu testen, ob man bedrängt wird, besteht darin, eine geforderte Unterschrift nicht zu leisten: Fragt der Arzt/die Ärztin nach, weshalb man nicht unterschreibt, so hat er/sie aller Wahrscheinlichkeit nicht die Absicht, PatientInnen zu etwas zu drängen. Kommt statt einer Frage eine Aufforderung, die Unterschrift zu leisten, ist Vorsicht geboten. Der Arzt/die Ärztin ist in solchen Fällen vielleicht auf Geld aus, überschätzt sich selbst (meint zu wissen, was für einen anderen Menschen gut ist) oder steht unter Druck, irgendwelche Nachweispflichen zu erfüllen. In jedem Fall wird der Wille des/der PatientIn (oder -- was wohl gefährlicher ist -- der Instinkt) anderen Dingen untergeordnet.
(Da dieser Test hier beschrieben wird, besteht die Möglichkeit, das ÄrztInnen sich darauf einrichten, d.h. fragen anstatt zu fordern. Doch auch durch eine unaufrichtige Frage ändert sich schon der Umstand, dass man zu etwas gedrängt wird.)
Freundlichkeit
Freundlichkeit wird häufig mit guter medizinischer Behandlung ineins gesetzt. Doch sollte hier unterschieden werden zwischen:
- Freundlichkeit in der Hinsicht, dass PatientInnen den Raum erhalten, sich zu äußern und nachzudenken
- Freundlichkeit in der Hinsicht, dass die Compliance von PatientInnen erhöht werden soll, so dass eine reibungslosere Behandlung möglich wird
Letztere Art von Freundlichkeit ist kein Zeichen für eine gute medizinische Behandlung, erstere schon.
Ähnlich kann bei Unfreundlichkeit unterschieden werden:
- Unfreundlichkeit in der Hinsicht, dass PatientInnen nicht wagen, sich zu äußern oder Zeit zu beanspruchen
- Unfreundlichkeit in der Hinsicht, dass der Arzt/die Ärztin auf Höflichkeitsfloskeln und dergleichen verzichtet bzw. nicht dazu befähigt ist
Letztere Art von Unfreundlichkeit kann, wenn sie nicht mit der ersten Art von Unfreundlichkeit einher geht, ein Zeichen für eine gute medizinische Behandlung sein, insofern sie zeigt, dass es dem Arzt/der Ärztin nicht um eine Manipulation der PatientInnen gelegen ist.
Siehe auch
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