Fürchten und wähnen
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Gefesselt und mit Medikamenten seine Ruhe finden
Sehr geehrte Damen und Herren
Ich bitte um ihre Hilfe.
Es handelt sich meinen Freund.
Ersten er ist zu Dünn.
Zweitens Hat er mal geäusert sich das Leben zunemen.
Ich würde es gut sehen wenn er in einem Krankenhaus währ was ne Psychartische Einrichtung hat. Wo mein Freund in der Geschlossenenstation gut untergebacht wird.
Mit die nötigen Fixierung ans Bett Gefesselt wird, mit Medikamenten seine ruhe findet.
Ich bitte um Antwort.
von Viktor
Antwort 1
Hallo Viktor
Ich verstehe, was Sie meinen. So ein Freund ist ziemlich anstrengend und man weiß nicht, was man machen soll.
In der Psychiatrie habe ich Folgendes erlebt: eine Freundin wurde ans Bett gefesselt. Aber sie hat keine Ruhe gefunden. Sie hat Medikamente bekommen, die Krämpfe verursachen (Haloperidol). Sie hatte Schmerzen. Um sich zu befreien, hat sie es irgendwie geschafft, das Bett anzuzünden. Dann hat sie noch mehr Haloperidol bekommen, aber auch ein Mittel gegen die Krämpfe.
In so einer Psychiatrie kann man nicht zur Ruhe kommen. Da wird man chemisch abgeschossen, damit man ja keinen Aufwand macht.
Vielleicht kann jemand eine Einrichtung empfehlen, wo das nicht so ist? In welcher Stadt sind Sie denn?
Kann es sein, dass Ihr Freund etwas sehr Schlimmes erlebt hat, z.B. in der frühen Kindheit? Dann könnte ihm vielleicht eine richtige Therapie helfen. Hier beim Weglaufhaus Saar steht mehr darüber.
Maike
Antwort 2
In der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie ist man in der Regel nicht freiwillig, sondern wird mit Zwang und Gewalt festgehalten (eingesperrt) und die sogenannte Behandlung, die Maike oben schon plastisch geschildert hat, wird ebenfalls gegen den Willen des/der Betroffenen geschehen. Dies ist keine Hilfe, sondern schlicht und einfach Freiheitsberaubung und Körperverletzung. Es ist auch sehr unwahrscheinlich, daß jemand zu seinem/ihren Glück gezwungen werden kann. Im Falle dieses Freundes denke ich, wird es schwer möglich sein, ihn mit Gewalt dauerhaft dazu zu bringen, mehr zu essen und auch nicht, mit Zwang von seiner Lebensmüdigkeit oder Hoffnungslosigkeit abzubringen. Im Gegenteil, die Erfahrung der Gewalt und der Demütigungen, die man in der Psychiatrie erfährt und der negativen Wirkungen von Psychopharmaka können eher das Leiden und Unglücklichsein verschärfen. Es haben sich auch schon einige Menschen wegen der Zwangs in der Psychiatrie oder nach einem Psychiatrieaufenthalt selber getötet. Selbsttötung- und Schädigung ist ein schwieriges und trauriges Thema, gerade für Freunde/-innen und Angehörige. Aber zum Recht auf Selbstbestimmung gehört auch das Recht auf Selbsttötung. Und es sollte keinem Menschen Gewalt angetan werden, auch wenn man denkt, es sei zu seinem/ihrem Besten. Trotzdem würde ich eine/n, der/die sich gerade von einer Brücke stürzen will, erstmal mit Gewalt zurückhalten. Ich müßte mich dann aber auch rechtlich vor dieser Person verantworten, wenn er/sie es später immer noch als Zwang ansieht. Ein/e Psychaiter/in muß das nicht. Die Psychiatrie darf mit Menschen, die sie für geisteskrank erklärt, Sachen machen, die sonst niemand darf. Und deshalb würde ich niemanden, auch keine/n Lebensmüde/n denunzieren, so daß er/sie in einer Geschlossenen landet. Und was tun mit dem Freund? Ich weiß auch keine ultimative Lösung. Was gut sein könnte, wäre Hilfe anbieten, so viel man selber kann und nur als Angebot, das freiwillig angenommen werden kann. Anbieten zu reden, die eigene Meinung sagen zu dem Thema, gemeinsame Unternehmungen und auch anbieten, zusammen nach 'therapeutischen' oder 'sozialarbeiterischen' Angeboten zu schauen. Aber auch bei PsychotherapeutInnen und in sozialen Einrichtungen muß man vorsichtig sein, auf wen und wie man sich einläßt. Viele sogenannte professionelle HelferInnen neigen dazu, in bestimmten Situationen, mit der Psychiatrie zusammenzuarbeiten - und schwuppdiwups wird aus einer freiwilligen Gesprächstherapie ein Horror- Aufenthalt in der Geschlossenen.
Wer sich für das Thema Zwangspychiatrie weiter interessiert, leihe sich aus einer Videothek 'Einer flog übers Kuckucksnest' aus oder Bücher von Ernst Klee über die NS-Psychiatrie oder schaue auf die website vom Werner-Fuß-Zentrum http://www.psychiatrie-erfahrene.de Und wer sich vor Zwangseinweisung oder Zwangsbetreuung schützen möchte: http://www.vo-vo.de
Alice
Grenzgeflimmer
Hallo, ich habe folgendes Problem:
Immer, wenn ich eine Person X auf der Straße sehe, beginnt meine Grenze zwischen Fantasie und Realität zu flimmern. Ja, mein interner Grenzbeamter gerät geradezu aus dem "Häuschen" und hüpft wie wild in der Gegend umher! Dadurch ist es mir unmöglich, mich irgendwie zu dieser Person X zu verhalten. Nach außen hin muss es wohl so wirken, als würde ich X überhaupt nicht kennen.
Einmal versuchte ich, irgendetwas wahr zu nehmen, aus dem ich hätte entnehmen können, wo die Realität beginnt und wo die Fantasie. Nach außen hin muss das wohl so gewirkt haben, als würde ich die Person blöde anstarren.
Je intensiver ich jedoch bemüht war, die Grenze zwischen meiner Fantasie und der Realität fest zu stellen, desto mehr fiel alles auseinander. Es war grade so wie in dem Kinderreim: "Punkt Punkt Komma Strich ..." - doch "fertig ist das Mondgesicht" passierte nicht. Oder man könnte auch so sagen: Man liest in einem Gesicht als handele es sich um ein chinesisches Schriftzeichen und stellt plötzlich fest, dass man Chinesisch gar nicht versteht.
Ich glaube, diese Zerfledderung ist ein Angstphänomen. Gibt es nicht irgendeinen Trick, wie ich mich trotzdem gegenüber X verhalten kann? Gefährlich ist diese Person nicht, eher sehr freundlich (zumindestens in meiner Fantasie).
Ich glaube, der Trick besteht darin, nicht in mehrere Richtungen zugleich zu schauen. Achte nicht auf dich. Dann brauchst du keine Vergewisserung.
Heinz
Mücken
Angenommen, die ganze Welt würde abstreiten, daß es Mücken gibt, und du siehst jeden Abend kleine fliegende Lebewesen und spürst, wie sie dich stechen. Was würdest du machen?
Das Irrlicht
Stell dir vor, du siehst Mücken, und keiner weiter, sonst.
Die Polente wartet schon mit dem Ärzteteam zusammen, nur um dir den Garaus zu machen...
Was nicht passt wird passend gemacht.
Dann hat man nur eine Chance.
Man muss sich mit den Mücken verbünden und sie zu Kampfgeschwadern organisieren, und sie auf die Scharlatane mit der Exekutive im Rücken hetzen.
Die Exekutive kriegt nix ab, aber die Scharlatane müssen ihr leben lang so leiden, dass sie nich mal mehr wissen, wie "Mückenpsychose" geschrieben wird.
Deutschland wird Weltmeister.
Ich hatte mal versucht, im normalen Wikipedia die psychiatrischen Begriffe als Mückengeschwader umzuformieren:
- Die Scharlatane und Exekutive: Der Wahn ist ein Symptom (Erkrankungszeichen), dem die verschiedensten Erkrankungen und Ursachen zugrunde liegen können.
- Alternative: Der Wahn entsteht durch ein soziales Verhältnis. Innerhalb dieses Verhältnisses spricht eine Seite der anderen den Realitätsgehalt ihrer Überzeugungen ab und erwartet, dass die andere Seite ihre Überzeugungen aufgibt.
Man wird aus dem normalen Wikipedia aber rausgekickt. Wer hat Lust, in diesem Wiki ein psychiatrisches Wörterbuch anzufangen, das wirklich auf einem neutralen Standpunkt beruht?
--Maike 00:21, 8. Aug 2006 (CEST)
Anders sein
Wieso erhält man erst bei Nachweis spezieller Bedingungen die Genehmigung, anders zu sein?
H.B. Traverse
Autistenmischmasch
Wie schreibt man Geschichten für Autisten? Schreibt man Geschichten für Autisten? Schreiben Autisten Geschichten? Ja. Geschichten ins Leere. Die Löcher draußen sind innen gestopft.
Hallo, hallo! Hallo?
Sie haben alle einen Umriss. Aber dadrinnen ist nichts. Trotzdem sind sie nicht durchsichtig. Sie verstellen die Sicht. Sie stören. Immer sind sie im Weg. Was für ein Weg?
Das sind Menschen.
Und nun die Dinge.
Da sind viele Dinge. Und alle sind sie verschieden. Was sie ordnen könnte, fehlt. Niemand ist da, ihnen Zwecke zu geben. Die meisten sind hart und versperren den Weg. Was für ein Weg?
An dieser Stelle kann die Geschichte nicht weitergehen. Und so wendet sie sich nach innen.
Innen ist unendlich viel Platz. Wirklich unendlich viel. Immer tiefer und tiefer lässt es sich buddeln.
Alles kann die Geschichte erzählen. Und so löst sie sich auf.
Dazwischen verklemmt sich ein Ich. Es spannt sich am äußeren Ring und schwebt über der Mitte. Allerlei Konstruktionen stützen es ab.
Die stabile Persönlichkeit unabhängig von anderen Menschen.
Das sind die Normalen, die Idealen.
Niemand kann mich verstehen. Niemand kann mich erreichen. Niemand kann mich verletzen. Niemand kann mich verletzen. Niemand kann mich verletzen.
Ihre Farbe ist grau. Und wenn sie nicht grau sind, dann sind sie zu grell. Ihre Gefühle sind nicht zu spüren. Und wenn sie zu spüren sind, dann sind sie bedrohlich. Ihre Körper sind Wolken. Und wenn sie keine Wolken sind, dann greifen sie nach mir.
Ich tue ihnen nichts. Ich bin gar nicht da. Ich bin nicht zu sehen. Und wenn ich zu sehen bin, dann bin ich zu nah. Was wollen sie bloß von mir? Sie sollen nichts wollen.

