Zur Erinnerung

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Diese Seite soll dem Gedenken an Menschen dienen, die zur Zeit des Nazionalsozialismus als KrankenpflegerInnen, ÄrztInnen oder in anderen medizinischen Funktionen widerständig geworden sind.

Inhaltsverzeichnis

Menschen

Walter Krämer und Karl Peix

Walter Krämer, ein gelernter Schlosser, wurde 1892 im westfälischen Siegen geboren. Mit 19 Jahren ging er freiwillig zur Kriegsmarine. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs wurde er Kommunist. 1918 beteiligte er sich bei den Matrosenaufständen in Kiel. 1932 kam er als KPD-Abgeordneter in den Preußischen Landtag, wo er eng mit Karl Peix zusammenarbeitete.

Karl Peix wurde 1899 in Herzberg geboren und nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Er gründete 1921 die KPD in Bad Lauterberg mit.

1933 wurden Walter Krämer und Karl Peix verhaftet. Sie trafen sich 1937 im KZ Buchenwald wieder. Hier eignete sich Krämer im Selbststudium medizinische Kenntnisse an. Zusammen mit Peix, der von der SS als Sanitäter eingesetzt war, konnte Krämer als 1. Pfleger vom Dienst die Situation der Kranken im Lager verbessern. Unter anderem behandelten sie sowjetische Kriegsgefangene gegen den ausdrücklichen Befehl der SS.

Am 6. November 1941 wurden Krämer und Peix von der SS erschossen.

Die Stadt Weimar beeilte sich nach der Annexion der DDR Gedenkstein, Büste und das Erinnerungskabinett für Walter Krämer zu entsorgen. Die Bronzebüste tauchte später in seiner Heimatstadt, wo er auch beigesetzt wurde, im Siegener Aktiven Museum wieder auf. Doch auch dort will man nicht zuviel der Erinnerung. Eine Initiative der Falken, das Kreiskrankenhaus nach ihm zu benennen, wurde abgelehnt. Nur eine kleine Gedenktafel an seinem Geburtshaus erinnert an Krämer. ... Im Gegensatz zu Walter Krämer fand der Name Karl Peix fast keine Erwähnung. »Er eignet sich nicht zum Helden, weil er auch dafür bekannt war, seine Machtposition zur Erpressung homosexueller Gefälligkeiten auszunutzen«, schreibt der Autor und Antifaschist Bernd Langer ... »Daß sich Krämer dennoch nicht von Peix trennte, mag daran gelegen haben, daß dieser trotz aller bitteren Geschichten viele Dinge bewirkte, ohne die der Widerstand im Krankenrevier so nicht möglich gewesen wäre«, so Langer. ... (Junge Welt 1.11.06)

Am 11. April 2000, dem 55. Jahrestag der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, erhielt Krämer von Yad Vashem - „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“ den Titel Gerechter unter den Völkern.


Siehe auch


Irena Sendler

Irena Sendler wurde 1910 geboren und ist von Beruf Erzieherin.

Sendler organisierte die Kinder-Sektion des Rats für die Unterstützung der Juden (Zegota), der 1942 von Polinnen und Polen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Weltanschauungen gegründet wurde, um Jüdinnen und Juden vor den deutschen Besatzern zu retten.

Als Krankenschwester für Epidemienkontrolle verschaffte sie sich Zugang zum Warschauer Ghetto und schmuggelte zusammen mit HelferInnen 2500 jüdische Kinder aus dem Ghetto, um sie in polnischen Familien, Klöstern und Waisenhäusern unterzubringen. Über Kontakte innerhalb des Wohlfahrtsministeriums erhielten die Kinder falsche Papiere.

1943 wurde Sendler von der Gestapo verhaftet und zum Tode verurteilt. Unter der Folter sollte sie die Namen der geretteten Kinder preisgeben, doch sie verriet nichts. Um eine spätere Zusammenführung der Kinder mit ihren Eltern zu ermöglichen, hatte Sendler verschlüsselte Namenslisten geführt und unter einem Apfelbaum in einem Garten versteckt.

Zegota konnte Irena Sendler durch Bestechungsgelder frei bekommen.

Am 10.11.2003 erhielt Sendler die höchste Auszeichnung des polnischen Staates: den Weißen Adler für Tapferkeit und großen Mut.


Siehe auch

Und heute ...

Oberlausitz-Kliniken gGmbH

Pressemitteilung Oberlausitz-Kliniken gGmbH 28.11.2006:

Die Oberlausitz-Kliniken gGmbH engagiert sich – Informationsveranstaltungen zu Rechtsradikalismus

In den vergangenen Wochen fanden im Krankenhaus Bautzen der Oberlausitz-Kliniken gGmbH bereits zwei Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter zum Thema „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ statt. Damit möchte sich das Krankenhaus klar gegen einen „Rechtsruck“ in der Gesellschaft positionieren und ein Zeichen auch bei seinen Mitarbeitern setzen. Sie sollen sensibilisiert werden für rechtsradikale Zeichen und rechtsextremes Auftreten. Fremdenfeindliches und menschenverachtendes Gedankengut ist zu verurteilen – eine Informationsveranstaltung kann da nur der erste Schritt sein.

Das „Netzwerk Sachsen – gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit (NWS) e.V.“ engagiert sich in Sachsen und Brandenburg seit vielen Jahren in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Verwaltungen, Jugendclubs und Krankenhäusern mit Diskussionsangeboten und Aufklärung gegen rechte Gesinnung. In Aussteigergesprächen wird jungen Menschen zudem die Möglichkeit geboten, sich häufig gerade noch rechtzeitig aus der rechten Szene zu lösen und sich aus deren Einfluss zu befreien.

Das Vorstandsmitglied Helmar-Leo Blech, Kriminaldirektor a.D. und der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Manfred Lindemann, Dozent i.R. verstanden es, mit ihren Schilderungen über die Gewaltorgien der braunen Kameradschaften die über 60 Mitarbeiter in Bautzen zu fesseln und zu Nachfragen anzuregen. Des weiteren wurden von den Dozenten rechtsextreme Zeichen erläutert, die Verfassungsfeindlichkeit der verschiedenen Gruppierungen dargestellt und das Problem diskutiert, wenn sich ein Mensch mit rechtsradikaler Gesinnung plötzlich als Patient im Krankenhaus wiederfindet. Wie kann man als couragierter Mitarbeiter reagieren, ohne panisch zu werden oder Aggressivität auszulösen?

Diese und andere Fragen konnten in den zwei rund dreistündigen Veranstaltungen in Bautzen umfassend geklärt werden. Eingeladen waren dazu insbesondere die Bereiche Ausbildung, Pflege, leitende Ärzte und der Sozialdienst. Das Angebot, sich auf eine so offensive Weise mit einem brisanten Thema auseinander zusetzen, wurde von allen Beteiligten als überaus positiv bewertet.

Im Krankenhaus Bischofswerda wird es am Mittwoch, den 29.11.2006 eine dritte und letzte Veranstaltung für die Mitarbeiter zum Thema „Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit“ geben.


Internationaler Remembrence & Resistance Day

Internationaler Tag zum Gedächtnis an die Opfer der nationalsozialistischen Psychiatrie. Jährlich am 2. Mai.

Am 2. Mai 2007 findet in Berlin ein Umzug statt, der an der Gedenkplatte in der Tiergartenstraße 4 (vor dem Eingang der Philharmonie) um 14.45 Uhr beginnt und zur Mauerstr. 53 führt, dem Sitz der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung. Hauptforderung: Die UN Behindertenkonvention nur ratifizieren, wenn gleichzeitig alle psychiatrischen Sonder-Entrechtungsgesetze abgeschafft werden. (Siehe Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener.)


Siehe auch

Persönliche Werkzeuge