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Die klinische Abteilung des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin wird verkauft, weil der Betrieb nicht mehr rentabel ist. Ein neuer Betreiber werde schon seit längerem gesucht, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Kaufinteressenten für das Tropeninstitut seien das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Hamburger Marienkrankenhaus, die Albertinen-Gruppe und die Bundeswehr, so NDR 90,3. (NDR 90,3 am 24.7.05)
Die Finanzsituation der Klinik im Tropeninstitut ist so desolat, dass für den laufenden Betrieb schon Kredite der Landeshauptkasse in Anspruch genommen werden - im April waren dies rund 1,6 Millionen €. Eigentlich sind solche Kredite nicht erlaubt, da hierdurch ein öffentliches Krankenhaus subventioniert wird. ... Ein Grund für die Defizite der Klinik sind neben weit überhöhten Verwaltungskosten außergewöhnliche hohe Abgaben von rund einer drei Viertel Millionen € an das Forschungsinstitut. (NDR 90,3 am 20.7.05)
In der Selbstdarstellung des Instituts heißt es: Als größte und bedeutendste Institution für Tropenmedizin in Deutschland genießt das Institut seit langem Weltruf.
Das Institut teilte am 22.7.05 mit:
Das Bernhard-Nocht-Institut wird an seinem Standort am Hafen weiter wachsen. ... Das Sanierungskonzept der Klinischen Abteilung wird umgesetzt und Verhandlungen zur Suche nach einem neuen Betreiber der Krankenhausbetten stehen unmittelbar bevor. ...
Zum Hintergrund: Die Klinische Abteilung des BNI mit ihren 62 Betten ist strukturell vor dem Hintergrund der Veränderungen in deutschen Krankenhäusern wirtschaftlich nicht mehr allein zu betreiben. Ursachen hierfür sind die verbesserte Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, die zu immer kürzeren Liegezeiten der Patientinnen und Patienten im Krankenhaus oder sogar zu ambulanten Behandlungen führen.
Verschärft wird Situation außerdem durch die Einführung des neuen Vergütungssystems im Krankenhaus (DRGs). Das Versorgungsangebot der Klinische Abteilung des BNI mit seinen Schwerpunkten Tropenkrankheiten, Infektiologie und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit HIV und AIDS soll daher mit einem bestehenden Krankenhaus in Hamburg zusammengeführt werden.
Siehe auch