Nachrichten Inland 2012/2013

Aus PrivatisierungsWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dies ist eine Wiki-Seite. Ein Wiki ist eine Art offenes Buch. Alle, die es möchten, können die Texte auf dieser Seite innerhalb von Minuten ergänzen, ändern und löschen. Siehe dazu Hilfe und Arbeitsweise.

Diese Seite enthält allgemeine Nachrichten zu Geschehnissen im bundesdeutschen Gesundheitswesen.

Nachrichten zu Ereignissen, die an bestimmten Orten in der Bundesrepublik stattgefunden haben, sind auf den Länder- und Städteseiten zu finden. Nachrichten zu Ereignissen im Zusammenhang mit bestimmten Einrichtungen oder Unternehmen sind auf den Unternehmens- bzw. Einrichtungsseiten zu finden oder (falls keine Seite eingerichtet wurde) auf passenden Länder- und Städteseiten. Am einfachsten ist es, links im Suchfeld ein Suchwort einzugeben, um etwas zu finden.

Internationale Nachrichten siehe hier.

März 2016

Betriebsräteumfrage zum Thema Leiharbeit in Krankenhäusern

Noch vor fünf Jahren war Leiharbeit im deutschen Gesundheitswesen nahezu unbekannt, Billigarbeit am Krankenbett allenfalls ein Exotenproblem. Inzwischen hat sich die Lage in den deutschen Krankenhäusern gründlich geändert. Immer mehr Beschäftigte finden sich als Leiharbeiter in klinikeigenen "Servicegesellschaften" wieder. Wie beunruhigend der Trend zur Leiharbeit ist, zeigt eine Betriebsrätebefragung des ver.di-Landesverbandes Bayern an bayerischen Krankenhäusern.

Mehr Infos bei der Hans-Böckler-Stiftung


Mai 2015

Basisgewerkschaft GGB sieht die Arbeitssituation Pflegender im Mittelpunkt

Pressemitteilung Hannover, 07.05.2015

12. Mai 2015: Internationaler Tag der Pflege

Am 12. Mai ist "Internationaler Tag der Pflege", auch "Tag der Krankenpflege", "Tag der Pflegeberufe" oder "International Nurses Day" genannt. Das Datum dieses Aktionstages geht auf den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820 - 1910) zurück, die als Begründerin der modernen Krankenpflege gilt. Nightingale machte sich gegen den Willen ihrer Eltern die Pflege von Kranken zur Lebensaufgabe. Sie entwickelte erste Ausbildungsstandards für die Pflege und legte damit den Grundstein zur Etablierung der Pflege als eigenständige Profession.

Der Tag der Pflege, bisher von Pflegeberufsverbänden vornehmlich unter fachspezifische Mottos gestellt, ist auch aus Beschäftigtenperspektive interessant. Nur bedarf es aus Sicht der Gewerkschaft Gesundheits- und Soziale Berufe Hannover (GGB) heute ganz anderer Inhalte. Nach ihrer Vorstellung sollte endlich die Arbeitssituation der in dieser Profession Tätigen in den Fokus rücken. Geringe Bezahlung, steigender Arbeitsdruck, latente Unterbesetzung und Personalmangel, Überstunden und hohe Fluktuation sind nur einige der Themen, die diesen Beruf immer unattraktiver machen. Was nicht zuletzt vor dem Hintergrund demographischen Wandels zu immer größeren Nachwuchssorgen führt.

Die GGB will den "Tag der Pflege" deshalb in diesem Jahr zum Aktionstag umwidmen. Unter dem Motto "Wir helfen. Und uns selbst?" will die Basisgewerkschaft vor allem mit in der Pflege Tätigen ins Gespräch kommen. In Kliniken, Pflegeeinrichtungen und bei ambulanten Diensten. Um nicht zuletzt auch öffentlich auf die mitunter untragbaren Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.

Frank Matz - Organisationssekretariat


Siehe auch

April 2015

Charite: Warnstreik für mehr Personal

Die KollegInnen an der Charite Berlin Mitte, Wedding und Steglitz, sowie dem Virchow- und Benjamin-Franklin-Klinikum traten am 27. und 28. April 2015 in den Warnstreik. Ein Novum in den Tarifverhandlungen ist die Forderung nach einer dort verankerten personellen Mindestbesetzung in der Pflege.

Bis Jahresende 2014 sollte zwar um 80 Vollzeitstellen aufgestockt werden, aber dies wird von verdi als Tropfen auf den heißen Stein bezeichnet. Die Gegenseite klagt, dass man 600 neue Stellen schaffen müsse, um die Forderungen zu erfüllen. Sie lehnt das ab. Angeboten hatten sie 50 bis 60 Neueinstellungen, beschränkt auf die Intensivstation. Was die Beschäftigten ihrerseits ablehnen.

Die Charite ist das größte Uniklinikum in Europa mit insgesamt 13.200 Beschäftigten. Der Tarifvertrag wird seit 2013 mit Unterbrechungen verhandelt. Seit Januar diesen Jahres wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Die Forderung der 4100 Beschäftigten in der Pflege könnte beispielgebend sein, denn Personalmangel und damit verbundene hohe Arbeitsbelastung in Kliniken sind bundesweit allgegenwärtig. In Tarifverhandlungen Einzug gehalten hatte das Thema bisher nicht. Die Gegenseite bewegt sich nicht und hat an den beiden Tagen gesehen, wie es ist wenn sich die Beschäftigten nicht bewegen. Bereits im Vorfeld des Streiks mussten 400 OPs abgesagt werden.

Siehe auch

Februar 2015

Migranten aus Spanien arbeiten für geringe Löhne in der Pflege. Doch sie organisieren sich gewerkschaftlich

»Die Arbeitsverträge sind legal, aber unmoralisch« Ein Gespräch mit Marta Cazorla. Marta Cazorla ist Aktivistin der »Grupo de Acción Sindical« (GAS, Gruppe für gewerkschaftliche Aktion) in Berlin.

Interview in der Jungen Welt 24.2.2015

Siehe auch

Juni 2014

Rhön Patriarch Münch strebt bundesweites Netzwerk von Klinikkonzernen an

Die Veränderungen am privaten Kliniksektor gehen weiter. Nach der Entstehung des europaweit größten Klinikkonzerns durch die Übernahme von 40 Rhön Kliniken durch die Helios GmbH und den zurückgezogenen Klagen von Gegnern dieser Übernahme unter den Rhön-Anteilseignern, wie B.Braun, plant der Gründer der Rhön Klinikum AG Eugen Münch den nächsten Clou in puncto Vormachtstellung.

Mit der Gründung der so genannten „Münch Stiftung“ Anfang Juni sollen „Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft“ gefördert werden. Langfristig soll unter Einbeziehung der mittlerweile alles dominierenden Helios und der Nummer zwei der Privaten Asklepios, ein flächendeckendes Netzwerk von Klinikkonzernen entstehen. Der Stiftung steht ein finanzieller Grundstock von 33 Millionen Euro zur Verfügung. Münch, der aktuell knapp 12,5% Anteile seiner auf zehn Kliniken geschrumpften Rhön AG hält, ist auch immer noch der Aufsichtsratsvorsitzende bei Rhön. Er strebt aber einen Zukauf von Anteilen an, um diese in die neue Stiftung zu überführen.

Ohne Helios geht eh nichts mehr. Um so bemerkenswerter ist es, dass sich die alten Feinde – Rhön auf der einen und Asklepios Chef Bernard Broermann sowie Medizintechnikhersteller B.Braun auf der anderen Seite – nun so plötzlich ihren Frieden miteinander geschlossen haben. B.Braun-Gründer Ludwig Braun zieht nun in den Aufsichtsrat der Rhön AG ein.

Helios hat das erklärte Ziel, dass man in ganz Deutschland innerhalb kürzester Zeit eine Helios-Klinik erreichen kann. In genau die selbe Richtung soll das Netzwerk gehen. Münch kann sich nun mit seiner Stiftung als „Ideengeber, Sparringspartner und Motor“ aufspielen. Was das konkret für die Arbeitsbedingungen oder personelle Besetzung bedeutet, davon können die Beschäftigten sämtlicher privatisierter Kliniken ein Lied singen.


Siehe auch

Dezember 2013

Verband der Privatkliniken klagt gegen Subventionierung kommunaler Kliniken – und scheitert

Das Landgericht Tübingen wies am 23.12.2013 eine Klage des Verbandes privater Kliniken ab, eine staatliche Bezuschussung kommunaler Klinken zu unterbinden. Die privaten Betreiber sehen eine „Verzerrung des Wettbewerbs“ gegeben. Das Gericht sah das anders. Ausschlaggebend für die Klage war ein Beschluss des Kreistags Calw, den dortigen Kreiskliniken Calw und Nagold mit einer Zahlung von 6,2 Millionen Euro den Jahresverlust auszugleichen. Der Beschluss sah außerdem vor, Zahlungen bis ins Jahr 2016 vornehmen zu können.

Das Gericht begründetet seine Entscheidung mit dem Versorgungsauftrag der Landkreise. Die Privaten halten an ihrer Meinung fest dadurch benachteiligt zu sein, sehen sich im Falle von Verlusten in ihrer Existenz bedroht und wollen den Schritt in weitere Instanzen anzutreten.


Dezember 2012

Pflegeheim-Betreiber Korian will Konkurrenten Curanum AG übernehmen

Presseberichten zu Folge beabsichtigt der französische Pflegeheim-Betreiber Korian die Münchener Curanum AG zu übernehmen. Zum Korian Konzern gehören 249 Einrichtungen in Frankreich, Deutschland und Italien mit über 24.400 Betten.

Das Angebot belief sich auf 2,50 Euro pro Aktie, was insgesamt 106,3 Millionen Euro entspricht. Curanum, mit seinen 77 Häusern, zeigte sich bereit auf das Angebot eingehen zu wollen. Korian stellt allerdings die Bedingung, dass sie mindestens 75% der Anteile zu halten beabsichtigen. Beide Unternehmen sind börsennotiert. Für Curanum bedeutete das Übernahmeangebot einen Anstieg des Aktienwertes von 2,19 Euro auf 2,49 Euro.

Angestrebt sei, laut Korian, ein „Führungsunternehmen“.


Siehe auch