Esslingen

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Ver.di und Personalrat konnten verhindern – oder zumindestens verzögern –, dass die Städtischen Kliniken in Esslingen in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt werden. In der GmbH-Gründung sehen sie eine Vorstufe zur Privatisierung.
Der Personalrat hatte mehr als 750 Unterschriften an Oberbürgermeister Jürgen Zieger überreicht. Jetzt ist ab 2006 zunächst der Eigenbetrieb vorgesehen. Die gemeinnützige GmbH soll erst in einem zweiten Schritt kommen. ( Esslinger Zeitung 15.2.05)

Die Betriebsführung der Städtischen Kliniken Esslingen liegt seit 1994 bei Sana. (Sana-Kurzbeschreibung) und soll zum Jahresende 2005 enden.

Der Teckbote vom 11.8.05 berichtet:

Der Abschied von der Sana zum Jahresende ist bereits beschlossen, doch nun konnte das private Management der Städtischen Kliniken Esslingen noch einmal positive Ergebnisse verkünden. Für 2004 weist die Bilanz sogar einen kleinen Gewinn von 13 000 Euro aus. ... Für 2005 peilt das Krankenhausmanagement ein ähnliches Ergebnis an. Das spiegelt sich auch in steigenden Fallzahlen wider. 25 000 stationäre Aufnahmen und 600 ambulante Behandlungen registrierte das Krankenhaus im vergangenen Jahr rund 500 mehr als noch 2003. Weiter gesunken ist dagegen die durchschnittliche Verweildauer: Sie ist seit 1995 kontinuierlich von über zehn auf knapp sieben Tage zurückgegangen eine Entwicklung, die das Management freut. Denn seit die Kliniken von den Krankenkassen Fallpauschalen erhalten, verdient das Krankenhaus umso mehr, je schneller ein Patient das Krankenhaus wieder verlassen kann.
Weil die Patienten immer kürzer bleiben, ist die Auslastung der 661 Betten in den Städtischen Kliniken im vergangenen Jahr von 77 auf 72 Prozent zurückgegangen. Da die Betten häufiger leer standen, sei auch die Zahl der Pflegekräfte leicht reduziert worden, berichtet der Krankenhausdirektor: 920 Vollzeitstellen für Schwestern und Pfleger habe es 2004 im Durchschnitt gegeben 20 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Ärzte wurde hingegen von 167 auf 177 aufgestockt. Diese Verstärkung war vor allem deswegen nötig, weil die Städtischen Kliniken einige Bereiche deutlich ausgebaut haben.

Einen anderen Eindruck vermittelt ein Kommentar in der Eßlinger Zeitung vom 9.8.05:

Der Esslinger Gemeinderat hat der Krankenhausbetreibergesellschaft Sana den Laufpass gegeben. Ab 1. Januar 2006 werden die Städtischen Kliniken als Eigenbetrieb der Stadt geführt. Zu teuer, zu wenig effizient - so lautete das Urteil der Kommunalpolitiker über die Sana. Worauf es sich gründet, ist mit Blick auf die aktuelle Bilanz nicht ganz nachvollziehbar. ... Allerdings würde man es sich zu leicht machen, wenn man die Qualität eines Krankenhauses nur an wirtschaftlichen Kennzahlen festmachte. ...

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