Einschätzungen und Kommentare
Aus PrivatisierungsWiki
Vorschläge zu Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen
Per E-Mail 14.10.2006
Hallo,
- Wohl ein Drittel aller Arztbesuche kommt zu Stande, weil Arbeitgeber den Arbeitnehmern nicht glauben, dass sie krank sind. Wie viele Erkältete würden z.B. viel lieber kurz in die Apotheke gehen und sich ein Erkältungsmittel kaufen oder bewährte Hausmittel verwenden, anstatt beim Arzt abzuhängen? Wenn Arbeitgeber Bescheinigungen wollen, sollen sie für die entstehenden Kosten auch aufkommen.
- Eine Armee von Leuten ist damit beschäftigt, medizinische Produkte zu bewerben und in die Märkte zu drücken. Bei Medizingeräten kommen ungefähr 20% der Kosten auf die Entwicklung und Produktion, 50% auf den Verkauf und 30% auf den Service. Milliarden könnten gespart werden, wenn man die Vertriebsapparate auf ein Maß reduziert, das nötig ist, damit Ärzte usw. sachlich fundierte Kaufentscheidungen fällen können.
An Vivantes
In Report Mainz haben wir ja gesehen, wie es in Ihren Seniorenheimen aussieht. Vivantes ist ein [zensiert] Wirtschaftsunternehemen, dem es nur um [zensiert] geht. Seien Sie versichert, daß SIE AB NUN bekämpft werden, bis Sie Konkurs anmelden. [Zensiert] seid Ihr!
Hinweis der Wikipflegerin: die Worte in eckigen Klammern habe ich zensiert. Siehe dazu auch Arbeitsweise: Zensur.
--Ungesund123 19:20, 18. Jul 2006 (CEST)
Wie die Pharmaindustrie am Pflegenotstand verdient
Je weniger Zeit Pflegekräfte für die PatientInnen haben, desto eher müssen sie Medikamente geben. Hat ein Patient beispielsweise Fiber und weiß eine Schwester, dass sie in den nächsten Stunden keine Zeit finden wird, nach dem Patienten zu sehen, so gibt sie vorsichtshalber ein Fiber senkendes Mittel.
Besondere Umsatzsteigerungen entstehen im Bereich der Psychopharmaka. Pflegekräfte in Stress müssen zwischen "ernsten" und weniger "ernsten" Problemen der PatientInnen unterscheiden. Psychische Probleme wie Ängste und Einschlafschwierigkeiten fallen bei Zeitmangel zuerst unter den Teppich. Anstatt ein beruhigendes Gespräch mit den PatientInnen zu führen oder öfters nach ihnen zu schauen, werden sie mit Psychopharmaka und Schlafmitteln ruhig gestellt.
Aufteilung in Besitz und Betreiberfirma
In der privatisierten Gesundheits- und Altenpflege gibt es nicht nur die Möglichkeit, mit dem Betrieb Geld zu verdienen, auch durch die Aufteilung in Besitz und Betreiberfirma kann nochmal durch die Pacht Geld abfließen. Die Gesellschaft für Handel und Finanzen bietet so etwas an. Sie besitzt Imobilien von Ameos, Medica, Senator usw.
Krankenhausbetreiber und Pensionsfonds
Wenn als Geldgeber u.a. Pensionsfonds auftreten, tritt die kuriose Situation ein, dass Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen zu den Fonds die Privatisierung unterstützen und zur Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen und Patientenversorgung beitragen.
Sterben im Wirtschaftsunternehmen
Da ist ein Mann im Krankenhaus, todkrank. Eine weitere Therapie wird ihm wahrscheinlich nichts nützen. Er sagt, er sei müde, er möchte sich ausruhen. Die Krankenschwester sagt: „Natürlich können Sie sich ausruhen, Herr X. Ruhen Sie sich einfach nur aus.“
Aber stop! Das geht nicht! Der Mann kann nicht tagelang unbehandelt ein Bett belegen. Er muss sich entscheiden. Wenn er keine weitere Therapie will, muss er raus. Ab nach Haus oder ins Hospiz! Aber der Mann mag sich nicht entscheiden. Er ist einfach nur müde, will sich ausruhen, will nicht an Morgen denken. Wozu auch? Es ist eine gute Art zu sterben, den Gedanken an Morgen sein zu lassen.
Wieso?
wieso darf man ungestraft privatisieren obwohl das vermögen von der allgemeinheit finanziert und aufgebaut wurde?
wieso erhält ein normaler kassenpatient nach einer behandlung nie einblick in form einer rechnung über die leistungserbringung an ihm?
wieso darf die psychiatrie privatisiert werden und dann eventuell nach eigener einschätzung andere menschen als auffällig sich selbst zuzuführen?
Zwangsversicherung
Bei der vermeintlich nicht zu stoppenden Tendenz, Bereiche im Gesundheitswesen zu privatisieren, sollten wir doch öffentlich fragen dürfen, warum wir uns zwangsversichern müssen. Ich glaube, nur so ist die o.g.Tendenz zu stoppen.
Vielleicht können Sie das ausführlicher den menschen bewußt machen
– freundliche Grüße aus Thüringen
Forumsbeitrag einer Krankenschwester
oder: Wie gesellschaftliche Machtverhältnisse in die Menschen schlüpfen
gefunden 14.2.06 bei allnurses
Has anyone else called in sick when their children were sick? I work night shift on a very busy cardiac step down unit. My 7 year old had a fever of 102.6 when I went to work. My husband was given a medication schedule for the Tylenol and motrin. When I returned from work in the morning, my husband told me the children had a 2 hour delay from school due to snow. Despite the fact he an important meeting, he rearranged his schedule so I could take a shower and go to bed with my sick son and try to get some sleep. Half way through my shower he informed me the 2 hour delay was now a cancelled school day. I told my hubby to just go to work. The few hours he had arranged for me to sleep was not going to happen with 2 very excited kids who wanted to play in the snow. I now have three children staying home from school. I was so worried about not being able to get the sleep I needed before the next shift I called in sick. I have NEVER called in sick unless I was truely sick. I have been feeling sick to my stomach ever since. Please tell me some of you have used your sick days for family sick days and that management didn't punish you for it. I have to go into work tonight and know I don't look sick...the guilt is just killing me.... P.S. I called in 8 hours before my shift started. I tried to give as much notice as possible..I do hope they found a replacement
Effizienz
7. Januar 2005. Dass jeder Betrieb mehr oder weniger effizient geführt werden kann, steht fest. Ob ein solcher Betrieb in staatlicher oder privater Hand ist, spielt hier keine Rolle.
Im Vordergrund steht hier vielmehr die Frage, ob eine "Privatisierung" im Bereich des Gesundheitswesens nicht vielmehr eine an Private vergebene Konzession zur Realisierung von Gewinnen ohne großes unternehmerisches Risiko darstellt. Denn ein Bankrott der Kliniken einer Region würde zu einer öffentlichen Notlage führen, für die der Staat Abhilfe schaffen müßte. – Nach den verheerenden Erfahrungen in der Privatisierung der Eisenbahnen in Großbritannien (an der insbesondere Großbanken mit Kapitalrenditen von 20% verdienen), getraut man sich selbst dort nicht an eine Privatisierung der Kliniken. Dort wird die Umwandlung in Stiftungen (ähnlich den deutschen Anstalten des öffentlichen Rechts) diskutiert. – Und was würden die altvorderen Stadtväter und -mütter sagen, wenn sie sähen, daß der Stolz ihrer Tage – die Städtischen Kliniken - verramscht werden!
Wenn man derartige Einrichtungen verkauft, warum dann nicht per Auktion politische Ämter, Steuereintreibe-Rechte und Polizeiaufträge? Das hat eine große historische Tradition, die jedoch weder demokratisch, noch effizient, noch segensbringend war.
Weitere Entwicklung
8. November 2004. Die Welle der Privatisierungen wird letztlich zu einer allgemeinen Verarmung der deutschen Arbeitnehmerschaft führen. Durch fehlende Einnahmen aus der Lohn-/ Einkommensteuer sind dann auch die Rentner betroffen sowie andere Bezieher von Sozialeinkommen. Ich glaube, daß die EU in spätestens 10 Jahren auseinanderbrechen wird, sollten sich die neoliberalen Tendenzen verstärken. Möglicherweise ist das aber auch beabsichtigt.
Dahinter stehen mit Sicherheit international arbeitendende Großkonzerne, für die soziale Verantwortung und Moral Fremdwörter sind.
Gruß Hans
Machen Krankenhäuser Verluste?
11. November 2004. Aus Sicht der Gesamtgesellschaft erwirtschaftet jedes Krankenhaus „Verluste“, denn schließlich müssen ja alle Leistungen eines Krankenhauses am Ende von der Gesellschaft getragen werden. Deshalb meine ich, dass es Quatsch ist, von Krankenhäusern zu sagen, sie bringen „Verluste“. Klar tun sie das! Auch Schulen, geheizte Wohnungen und unser täglicher Nahrungsmittelbedarf bedeuten „Verluste“. Diese „Verluste“ machen zu können, ist doch das Ziel unserer Arbeit!
Es kommt darauf an, möglichst hohe „Verluste“ bei möglichst wenig Arbeit und möglichst geringer Belastung der natürlichen Ressourcen zu machen.
Der Anschein, ein Krankenhaus bringe im Vergleich zu anderen „Verluste“ wird durch die spezielle Form der Abrechnungssysteme konstruiert. Ein öffentliches Krankenhaus bringt dann „Verluste“, wenn es weniger Geld bekommt, als es braucht, um seine Leistungen zu erbringen und sich auf dem neuesten Stand zu halten. Das Krankenhaus bekommt deshalb weniger Geld als es braucht, weil das Abrechnungssystem so funktioniert, dass einige Krankenhäuser eben von der Gesamtgesellschaft nicht das Geld bekommen, das sie brauchen (was u.U. auch durch eine besonders verschwenderische Arbeitsweise veranlasst sein kann).
Aus der speziellen Sicht eines privaten Betreibers erwirtschaftet ein Krankenhaus dann einen „Verlust“, wenn die Aufwendungen der Gesamtgesellschaft für die Leistungen dieses Krankenhauses nicht im gewünschten Maße in private Kanäle fließen.
Bei Krankenhäusern von „Verlusten“ zu reden, bedeutet daher, die spezielle Sicht privater Betreiber als allgemeine Sicht zu unterstellen und die spezielle Form der Abrechnungssysteme als Naturgegebenheit zu akzeptieren.
Maike
Tageszeitungen und Hygienesets
Dezember 2004. LBK-Krankenschwestern können sich als Vorbereitung auf den Verkauf schon mal in 2-Klassenmedizin üben: seit ungefähr November 2004 dürfen sie einen Teil ihrer Arbeitszeit der Verteilung von Tageszeitungen und Hygienesets in umweltfreundlichen Miniverpackungen an PrivatpatientInnen widmen.
Ein-Euro-Jobs
24. Februar 2005. Ich arbeite in Neustadt und frage mich: wo bleibt unsere Bestandschutzwahrung! 1 Euro Jobs werden/sollen vergeben werden ab dem 01.03.05. Zeitverträge werden aber nicht verlängert! Ist Frau XS blind???? Uns hat sie arrogant bei einer Demo abgekanzelt: wir sollten doch froh sein,das Ameos uns kauft!
Hat diese Frau keine Familie, keine Existenzangst je kennen gelernt??? Ich verstehe die Welt nicht mehr, wo soll das enden? Und Herr M.K. hatte uns zugesagt, uns darüber zu informieren, wie es weitergeht und ... er geht!!!
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
21. März 2005. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften? Sind das nicht die Unternehmen, die die "strengen" Prüfvorschriften, die sie bei ihren Kunden anwenden, ohenhin selbst festlegen dürfen? In Absprache mit ihren Kunden, den zu prüfenden Unternehmen, natürlich?
Was für eine Farce...
Zukunftsgerichtete Partnerschaften
[In Reaktion auf den Beitrag Aktive Mittagspause auf Gut Neuhof. UL]
31. März 2005
Ver.di-Sekretär Volker Hoppman sagt, dass im Gesundheits- und Sozialwesen der Konkurrenzkampf unter allen Trägern härter geworden sei, da die gesellschaftliche Mittelzuweisung geringer werde. Personalkosten seien in jedem Unternehmen ein erheblicher Faktor bei den Betriebskosten. ... Die Lohnkosten müssten in einem fairen Vertragsverhältnis geregelt werden. Er machte der Armeo-Geschäftsführung das Angebot, in diesem Punkt eine zukunftsgerichtete Partnerschaft einzugehen. Denn an einem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens hätten auch deren Beschäftigte ein großes Interesse.
Wenn das mit dem Konkurrenzkampf stimmt, dann bedeutet der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens den wirtschaftlichen Misserfolg eines anderen Unternehmens. Und Partnerschaft mit den Geschäftsführungen bedeutet Konkurrenz mit KollegInnen, die bei „Konkurrenten“ arbeiten.
Mir ist völlig schleierhaft, wie derartige Positionen als „gewerkschaftliche“ vertreten werden können.
Maike
20. Mai 2005
Hallo Maike,
zu Deinem Beitrag zu Volker Hoppmann:
Er ist einer der wenigen brauchbaren Sekretäre.
Es kann auch ein Verhandlungstrick sein: Du bietest etwas an, die Gegenseite muss ggf. Bilanzen aufmachen um Lohnabsenkungen zu begründen. Und da es Gewinnabführungsverträge gibt in der Holding ist dies nicht zu begründen.
Grüße
F
Gegen den Privatisierungswahn!
1. April 2005 [Zum Beitrag Paritätischer Unternehmensverbund.]
Hier werden wieder einmal berechtigte Bedürfnisse der Bürger auf dem Altar des Kapitals geopfert.
Wer die Menschen nur noch als Kapital wahrnimmt, wird irgendwann nichts mehr wahrnehmen.
Also kämpft gegen den Privatisierungswahn!!!!!!!!!!!
Michael Cuttaia
Personalratsvorsitzender LWV Hessen -RV Wiesbaden-
Mafia?
17. August 2005. Mindestens zwei Sachverständige von Ulla Schmidt sitzen in Beiräten von privaten Kliniken. Das Ministerium und Ver.di (in den Aufsichtsräten der Kliniken im Zuge der Mitbestimmung vertreten) sorgten erst einmal für das Aufgehen der Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen der Kliniken. Dann werden Medizinische Versorgungszentren (MVZ) durch Änderung des Arztrechts ermöglicht und jetzt beginnt man damit, die Honorare für Fachärzte so zu beschneiden, dass die ersten in Schwierigkeiten kommen (und hoffentlich bald verkaufen?). Könnte man von Mafia reden?
Warnstreiks
Rundmail 29.9.05. Kommentar des Netzwerkes für eine kämpferische und demokratische ver.di zum Warnstreik am 12. September 2005
Wann bitte, hat es sich für verdi endlich ausgewarnt? (War es jetzt der 4. oder 5. Warnstreik in dieser Tarifauseinandersetzung?)
Die Arbeitgeber lachen sich ins Fäustchen, die Beschäftigten warnen mal wieder - schön. Klar, dass sie nicht reagieren. Warum auch? Es passiert ja weiter nichts.
Für die Landesbeschäftigten in Hannover soll es sogar schon die 27. (!) Demo gewesen sein. Trotz, dass die Aufrufe zum Warnstreik in den meisten Bezirken mal wieder recht spät rausgingen, wurden die Erwartungen der Polizei, dass ca. 2.500 Leute an den Kundgebungen in Hannover teilnehmen würden, mit 4.000 – später 5.000 TeilnehmerInnen übertroffen. Das zeigt, dass auch die Länderbeschäftigten, riefe verdi ernsthaft zum Kampf heraus für klare und gute Ziele, schlagkräftig sein würden. Dann kämen nämlich die Leute, weil einfach ersichtlich wäre, wofür man kämpfen und , bei rechtzeitiger Info , dass man kämpfen soll. Das passiert nämlich durch die späten Aufrufe und die mittlerweile schlechten betrieblichen Gewerkschaftsstrukturen auch nicht mehr so wirklich. Statt dessen, hat verdi, nachdem sie die Arbeitgeber mit ihrer bisherigen Tarifpolitik dabei unterstützt haben, die Bereiche des Öffentlichen Dienstes zu spalten, zur Übernahme des TVÖD warnstreiken lassen.
Alle Schön-Reden auf Kundgebungen ändern nichts daran, dass der TVÖD Verschlechterungen für die Beschäftigten mit sich bringt. Leistungslohn, Meistbegünstigungsklausel, Öffnungsklauseln für Arbeitszeitregelungen und all die anderen feinen Sachen, die der TVÖD beinhaltet, sind keine Sachen, für die man als ArbeitnehmerIn kämpfen sollte. Die Arbeitgeber lenken nur nicht ein, weil ihnen die Verschlechterungen für die Beschäftigten noch nicht ausreichen. Sie wollen die Arbeitszeit noch mehr erhöhen und noch mehr Geld kürzen als im TVÖD geplant.
Mittlerweile kommt auch in manchen Bezirken von verdi die Kritik am TVÖD auf, dass es mit der Besitzstandswahrung wohl doch nicht allzu sicher ist. Wenn man z.B. den Bewährungsaufstieg noch vor sich hat, entfällt dieser.
Aber, das ist doch kein Problem, für das "Jahrhundertwerk" nimmt man das doch gern in Kauf, oder etwa nicht?!
Trotzdem wird den Beschäftigten auf der Kundgebung erzählt, dass der TVÖD eine super Errungenschaft sei und dass man, wenn die Arbeitgeber jetzt nicht einlenken und den Länderbeschäftigten dieses tolle Werk ebenfalls "gönnen", eben noch einmal auf die Straße geht.
Bitte wie?! Etwa noch ein Warnstreik?!
Nieders. Landeskrankenhäuser
29. September 2005. [Zum Beitrag Niedersachsen 2005: Interessenten an Landeskrankenhäusern]
Für mich stellt sich hier die Frage, was Herr Wilkening auf "Erfolgskurs" bringen will?
Die Nieders. Landeskrankenhäuser arbeiten mit Erfolg. Es werden keine Verluste gemacht, alle Häuser schreiben schwarze Zahlen.
Man sollte vielleicht mal die Tarifstrukturen vergleichen (BAT zu Wilkening). Könnte Herr Wilkening mit dem BAT ebenso erfolgreich arbeiten wie die Landeskrankenhäuser?? Da fragt sich doch wer hier wen auf Erfolgskurs bringen könnte.
Wovon wir reden
27. Oktober 2005
Das obere Fünftel der Haushalte in Deutschland besitzt 67% des Nettovermögens, das untere Fünftel 0%. Die unteren zwei Füntel der Haushalte in Deutschland besitzen knapp 2% und die unteren drei Fünftel knapp 10%. (Stand: 2003)
„Nettovermögen“ bedeutet: alle Aktiva abzüglich der Schulden, Rückstellungen und passiven Rechnungsabgrenzungsposten.
Bei einer nur wenig gerechteren Verteilung hätten die gesetzlichen Krankenkassen keine finanziellen Probleme mehr. Die Verantwortung lässt sich nicht so einfach auf „die Weltwirtschaft“ abschieben. Es geht hier um inländische Fragen.
In einem Bettel-Flyer für das Altonaer Kinderkrankenhaus steht:
Auch in Zeiten leerer „Gesundheitskassen“ wollen wir Kindern medizinische Versorgung auf höchstem Niveau und liebevolle, menschliche Zuwendung bieten. Hierbei braucht das AKK Ihre Unterstützung!
Der Satz bedeutet, dass eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau und menschliche Zuwendung für Kinder von den Krankenkassen nicht finanziert werden. Wohl die übergroße Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land – reich oder arm – wird wollen, dass Kinder die beste Behandlung bekommen. Aber nach dem Willen der Bürger geht es nicht.
Dies ist eine gefährliche Zeit. Grundlegende politische Entscheidungen werden inzwischen von Privatunternehmen und demokratisch nicht legitimierten „Experten“-Kommissionen gefällt. Es geht jetzt darum, die Gewalt zu stoppen, die von diesem Land Besitz ergreift. Das ist eine umfassende strukturelle Gewalt, die sich in vielen Dingen äußert und die in einer unmenschlichen, von einer Oligarchie beherrschten Gesellschaft münden wird, wenn wir nichts unternehmen.

