Community Organizing

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Mit Community Organizing (CO) wird die Organisationsarbeit innerhalb eines Stadtviertels oder einer Stadt genannt. Es ist eine sozial aktivierende Arbeitsweise, die in den 60er Jahren aus den USA nach Deutschland kam. Ein Kernpunkt von CO ist der Aufbau und die Kultur „öffentlicher Beziehungen“. Die Fähigkeit, mit möglichst unterschiedlichen Menschen tragfähige Beziehungen und Bündnisse einzugehen, wird im Rahmen von CO systematisch trainiert und eingesetzt. Ein weiterer Kernpunkt ist der „Umgang mit Macht“ im Sinne der „Fähigkeit zu handeln“. CO setzt auf das Prinzip „Macht gegen Ohnmacht“. Vor jeder gemeinsamen Aktion werden sorgfältig Machtfelder analysiert, um sich mit seinen Interessen und seinen Kräften innerhalb des Gemeinwesens realistisch zu positionieren. (Forum Community Organizing Foco e.V.)

Die erste CO wurde 1939 von Saul Alinsky in den USA gegründet. Sein Meisterstück lieferte er mit dem „shit in“ auf dem größten Flughafen der damaligen Welt, in Chicago ab. Da die Stadtverwaltung ihr Versprechen einer Slumsanierung nicht eingehalten hatte, drohte er damit, die Toiletten des Flughafens mit einer Handvoll Leuten zu blockieren. Schließlich ist es ja nicht verboten, auf den Toiletten sitzen zu bleiben, solange man möchte. Unvorstellbares wäre passiert, wenn die ankommenden oder abreisenden Passagiere vor verschlossenen Toiletten gestanden hätten, und jede Tageszeitung hätte einen Aufmacher gehabt, der Chicago zum Gespött der gesamten Welt gemacht hätte. Daraufhin lenkte die Stadtverwaltung sofort ein. (Peter Hauschild)

Beispiele für Anwendungen im Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland liegen noch nicht vor. Deshalb ein Beispiel aus der Schiffahrtsbranche:

Eine der einfallsreichsten Aktionen lieferte ... der Betriebsrat einer Schifffahrtslinie .... Jedenfalls überzeugte er die Belegschaft, die Bank aufzusuchen, die als Miteigentümer den Überseetransport einstellen wollte, und eine lange Schlange zu bilden, um ein Konto zu eröffnen. Mit fünf Mark sind sie dabei! Wer konnte etwas dagegen haben – außer anderen Kunden, die an diesem Tag vergeblich warteten? Damit nicht genug, kehrten die Kolleginnen und Kollegen am nächsten Tag zurück, um die Konten wieder aufzulösen. Das ist schließlich rechtlich zulässig. (Peter Hauschild)


Siehe auch