Charité Facility Management GmbH

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Die Charité Facility Management GmbH (CFM) ist seit Januar 2006 zuständig für alle nicht-medizinischen Dienstleistungen bei der Charité - Universitätsmedizin Berlin, u. a. Gebäudereinigung, Bauwesen, Catering (Essenversorgung), Logistik (Transporte und Beschaffung) und technischer Service sowie Gärtnerei.

Bis zum Jahr 2010 soll durch die CFM eine Kostensenkung von etwa 25 Prozent gegenüber den derzeitigen Kosten im Bereich Facility Management erreicht werden. Für die betroffenen Charité-Mitarbeiter ändert sich nichts: Sie werden im Rahmen einer Personalgestellung der neuen Servicegesellschaft zur Verfügung gestellt und behalten ihre alten Verträge. (Pressemitteilung der Charité 2.1.06)

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ende 2005 beschloss der Aufsichtsrat der Charité - Universitätsmedizin Berlin, Anteile an der neu zu gründenden Charité Facility Management GmbH in Höhe von 49% an ein Konsortium zu verkaufen (Pressemitteilung der Charité 2.12.05). Die restlichen 51% verbleiben bei der Charité.

Das Konstortium besteht aus

  • der Vamed Management und Service GmbH Deutschland
    Die Vamed Management und Service GmbH Deutschland gehört zum Fresenius Konzern, der Produkte und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Dialyse anbietet, und zu dem die Helios Kliniken gehören.
  • der Dussmann Beteiligungsgesellschaft mbH und der Hellmann World Wide Logistics GmbH & Co. KG
    Hellmann ist u.a. in Kuwait und für die Bundeswehr aktiv (Hellmann Info 1.3.06).
    Zusammen mit Dussmann hält Hellmann zu gleichen Teilen 49% an der KLE Klinik Logistik Eppendorf GmbH, die für das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) Patienten- und Gütertransporte, zentrale Warenannahme, Lagerwirtschaft, Gütertransporte, Krankentransporte, Ver- und Entsorgung mit Essen und Getränken für Patienten, die komplette Entsorgung, Modulversorgung, Hol- und Bringedienste, Kopierservice Postservice, Archivierung, sowie Wach- und Pfortendienst durchführt (UKE Info, gelesen 9.5.06).

Für den Kaufpreis von 120 Millionen Euro soll das Konsortium das operative Geschäft verantworten (Dussmann Pressemitteilung 2.12.05).


Berliner Zeitung vom 14.3.09:

Für die Reinigung ist in dem Universitätsklinikum die Charité Facility Management (CFM) verantwortlich - eine im Jahr 2006 gegründete Tochter der Charité, die 51 Prozent Anteile hält. 49 Prozent gehören dem Konsortium Dussmann, Vamed, Hellmann. Die Charité erhoffte sich von der Ausgründung Einsparungen in Millionenhöhe, doch nach Angaben des Klinikpersonalrats wurden seitdem nicht nur die Kosten, sondern auch Leistungen reduziert. "Die Bereiche, für die die Kollegen zuständig sind, wurden vergrößert und der zeitliche Turnus ausgedehnt, weil es immer weniger Personal gibt", sagte der stellvertretende Vorsitzende Bernd Böttcher. Kontrollen gebe es schon lange nicht mehr. Nach Angaben von Mirko Hawighorst von der Gewerkschaft IG Bau werden Putzfrauen, die neu eingestellt werden, als Servicekräfte geführt. "Sie sind auch für die Essensausgabe und fürs Bettenmachen zuständig", sagte er. Insgesamt gebe es 750 Reinigungskräfte an drei Charité-Standorten. Auch Patienten beschweren sich. "Ich putze mein Bad inzwischen selbst, weil die Reinigungskraft für jedes Zimmer nur wenige Minuten Zeit hat", sagte eine Frau, die zurzeit im Virchow-Klinikum behandelt wird. Personalrat Böttcher sagte, erst am Donnerstag habe Charité-Chef Karl Max Einhäupl angekündigt, weitere zwei Millionen Euro bei der CFM einsparen zu wollen.


Nachrichten

Dezember 2011

Nach dem Streik: ein Interview mit einem Pfleger.


November 2011

Resolution der offenen Streikversammlung Charité Facility Management GmbH

vom 7.11.2011 in der Ver.di-Bundeszentrrale, verabschiedet am 7.11.2011 durch die anwesenden Mitglieder der ver.di und GKL als Streikende der Charité Facility Management GmbH sowie Gäste aus den Betrieben Vivantes, Charité Universitätsmedizin Berlin, Otis, Bosch-Siemens-Hausgeräte, Siemens, O & K, Hauptpersonalrat des Landes Berlins, EVG, S-Bahn, Telekom sowie Studierende der FU Berlin:

Die Streikenden der Charité Facility Management GmbH (CFM) befinden sich seit dem 12. September im Streik. Sie kämpfen gegen Billiglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen und für einen Tarifvertrag.

Die Einkommens- und Arbeitsbedingungen bei der CFM sind ein Skandal. Das gilt umso mehr, da es sich bei der CFM um ein Unternehmen handelt, das mehrheitlich im Landesbesitz ist. Der Arbeitgeber versucht den Streik mit allen Mitteln zu unterlaufen: Ein privater Sicherheitsdienst wurde beauftragt, um KollegInnen einzuschüchtern. Gegen GewerkschafterInnen wurden Hausverbote ausgesprochen, es wird mit Abmahnungen und Kündigungen gedroht, KollegInnen, die ein Leistungsverweigerungsrecht haben, werden falsch informiert etc.

Mit ihrem Streik für einen Tarifvertrag wehren sich die KollegInnen zugleich gegen eine gesellschaftliche Entwicklung, die alle Branchen erfasst hat. Ausgliederungen, (Teil-)Privatisierungen und tariffreie Zonen dienen zur Durchsetzung der Profitmaximierung in allen Bereichen der Gesellschaft. Folge davon ist Verarmung breiter Teile der Bevölkerung, Verschlechterung der öffentlichen Daseinsvorsorge, Abbau von Arbeitnehmerrechten, Prekarisierung, unsichere Zukunftsaussichten. Grundsätze wie „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ oder „ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ gelten nicht mehr. Stattdessen gibt es immer mehr KollegInnen zweiter Klasse mit befristeten und prekären Arbeitsverträgen, die aus Angst um ihren Arbeitsplatz von den Unternehmen erpresst werden können.

Der Streik bei CFM hat Bedeutung über die Charité hinaus. Ein Erfolg würde viele KollegInnen aus andern Betrieben und Branchen, die unter prekären Verhältnissen und ohne Tarifvertrag arbeiten müssen, Mut machen, auch selbst für ihre Rechte aktiv zu werden. Das wollen die Unternehmer und ihre politischen Fürsprecher verhindern.

Deshalb: Unterstützt den Arbeitskampf der CFM-Belegschaft! Wehren wir uns gemeinsam gegen die Praxis der Ausgliederungen zur Zementierung und Ausweitung des Billiglohnsektors!

Wir rufen alle Vorstände, Gremien und Mitglieder von ver.di und allen DGB-Gewerkschaften auf, wirksame praktische Solidarität mit dem CFM-Streik zu leisten.

Eine solche Solidarität sollte damit beginnen in allen Betrieben und Gewerkschaften eine Informationskampagne zu diesem Streik durchzuführen und Gewerkschaftsmitglieder zu den Aktionen der Streikenden zu mobilisieren.

Insbesondere rufen wir zur Teilnahme an der Solidaritätsdemonstration am 19. November (11 Uhr ab U-Bhf Friedrichstraße) auf. Machen wir diese zu einem Erfolg gewerkschaftlicher Solidarität!


Siehe auch

CFM-Streik

Termine für die Streikunterstützung
  • 6.11.: 14 Uhr Kulturkaufhaus Dussmann feiert Geburtstag - wir feiern mit.
    Treffpunkt ist zwischen S-Bahnhof Friedrichstraße und dem Kulturkaufhaus
  • Montag, 7.11.: 16 Uhr Offene Streikversammlung mit Gästen aus anderen Betrieben und Gewerkschaften im ver.di-Haus, Paula-Thiede-Ufer 10
  • Dienstag und Mittwoch ist das Streiklokal beim Campus Mitte.
    Wer an Aktionen teilnehmen kann (Dienstag ab 6 Uhr, Mittwoch ab 10 Uhr einfach hinkommen)
  • Samstag, 12.11.: Teilnahme an der Demonstration "Banken in die Schranken".
    Treffpunkt 12:30 Uhr Hauptbahnhof/Washingtionplatz beim ver.di-Wagen
  • Samstag, 19.11.: Solidaritätsdemonstration mit den Streiks bei CFM und Alpenland


Siehe auch

April 2009

Später Leichenfund in Besuchertoilette: Management übernimmt keine Verantwortung

Am 11. März 2009 fand die Polizei auf einer Besuchertoilette des Rudolf-Virchow-Klinikums der Charité (Station 45 für Nierenheilkunde) einen Toten, der dort tagelang unentdeckt gelegen hatte. Es handelte sich bei dem 29-jährigen Mann nicht um einen Patienten. Er starb an einer Überdosis Heroin.

Das erste, was dem Management der Charité einzufallen schien, war es, die Verantwortung für die späte Entdeckung der Leiche “nach unten” durchzuschieben.

So berichtet die Berliner Zeitung vom 14.3.09:

Die Tatsache, dass die Leiche mehrere Tage unentdeckt blieb, erklärte Endele [Leiterin des Geschäftsbereichs Unternehmenskommunikation der Charité] damit, dass die Toilettentür abgesperrt gewesen und die Putzfrau unverrichteter Dinge gegangen sei. An den anderen Tagen hätten dort wahrscheinlich andere Reinigungskräfte vor verschlossener Tür gestanden, vermutete sie.

Der Tagesspiegel vom 14.3.09 berichtet:

Nach dem Fund eines Drogenabhängigen auf einer Toilette an der Charité in Wedding hat das Krankenhaus den Vorwurf von Versäumnissen zurückgewiesen. ... Die Charité verwies gestern darauf, dass offensichtlich die Putzfrauen auf die Reinigung verzichtet hatten, weil die Toilette besetzt war. Durch „Personalwechsel“ sei dies mehrere Tage hintereinander nicht aufgefallen, vermutet die Charité.

In einem Video der Berliner Morgenpost (TV3) sagt die Leiterin des Geschäftsbereichs Unternehmenskommunikation der Charité, Endele:

Niemand hat versagt. Die Toiletten werden selbstverständlich täglich gereinigt ... Nun denke ich: es ist aber menschlich verständlich, dass so eine Toilette auch mal besetzt ist, und die Reinigungskraft dann vielleicht nicht gewartet hat, bis sie wieder hinein konnte. ...

Die Patientenbeauftragte des Senats stößt ins selbe Horn. Berliner Zeitung vom 14.3.09:

"Die Putzfrau hätte später nachsehen müssen, ob die Toilette frei ist", sagte ... die Patientenbeauftragte des Senats, Karin Stötzner.

Hölzer nennt immerhin Zusammenhänge:

In einem Krankenhaus müssten Sanitäreinrichtungen mindestens einmal täglich gereinigt werden. "Offenbar haben die Einsparungen an der Charité inzwischen so dramatische Formen angenommen, dass hygienische Mindeststandards nicht mehr eingehalten werden."


Laut Betriebsflugblatt der Sozialistischen Arbeiterstimme beim Krankenhaus Charité in Berlin-Mitte, Vitamin C vom 26.3.09, haben sich die Reinigungsfrauen trotz Personalmangel und Arbeitshektik um die verschlossene Tür zur Toilette gekümmert:

Es wird der Personalmangel als Ursache für diesen Fall angegeben. Doch diesmal war nicht der Mangel an Personal, also an Reinigungskräften, das Problem. Denn die KollegInnen von der Reinigung haben die verschlossene WC-Tür sehr wohl nach oben gemeldet. Es war also die Schuld der Chefs, dass tagelang ein Toter nicht entdeckt wurde.
Die Vorgesetzten wollen gern Verantwortung tragen und dafür das entsprechende Gehalt beziehen, aber wenn es darauf ankommt, tun sie nichts für ihre Kohle.

Interne Kreise berichten sogar, die Reinigungskräfte hätten der Leitung jeden Tag aufs Neue gemeldet, dass das WC verschlossen sei und nicht geputzt werden könne.


Die Taz vom 17.3.09 berichtet:

Am 9. März habe die Reinigungskraft die Toilette verschlossen vorgefunden und daraufhin vorschriftsgemäß die Pflegekräfte der anliegenden Stationen informiert. Diese hätten ordnungsgemäß sichergestellt, dass kein Patient der umliegenden Stationen vermisst werde. ... Am Dienstag habe eine andere Reinigungskraft die Tür ebenfalls verschlossen vorgefunden und darüber einen Gruppenleiter informiert. "Vorschriftswidrig" sei der Sicherheitsdienst dann jedoch erst am Mittwochmorgen beauftragt worden, die Tür zu öffnen.

In der Berliner Morgenpost vom 13.3.09 steht:

Charité-Personal hatte die Polizei wegen des strengen Geruchs alarmiert.

Auch die Welt vom 13.3.09 berichtet:

Das Klinikpersonal habe die Polizei wegen des strengen Geruchs alarmiert, der von der Toilette her kam.

Wenn das stimmt, ist es nicht gelungen, die Toilettentür über krankenhausinterne Wege durch die Krankenhausleitung öffnen zu lassen, so dass MitarbeiterInnen die Polizei einschalten mussten, um dem Geruch nachzugehen.

Unklarheiten bestehen auch bezüglich der Behandlung des Verstorbenen auf dem Krankenhausgelände. Bild vom 14.3.09 berichtet (ähnlich auch der Der Tagesspiegel vom 14.3.09):

Sicherheitskräfte hatten ihn am 6. März auf dem Gelände der Charité aufgefunden und in die Notaufnahme gebracht. Eine Sprecherin: „Der Patient war ansprechbar, sein Kreislauf stabil. Das Spritzbesteck, das er dabeihatte, nahmen wir ihm weg.“ Stefan G. verweigerte die Behandlung. Die Polizei vermutet, dass er sich eine neuen Spritze besorgte, aufs Klo verschwand und sich dort einen weiteren Schuss setzte.

Ist er freiwillig mit den Wachleuten in die Notaufnahme gegangen? Weshalb und mit welchem Recht wurde ihm das Spritzbesteck weggenommen? Hat sein Tod etwas damit zu tun?

Allgemeine Arbeitsbedingungen im Reinigungsbereich

Aus internen Kreisen wird berichtet:
Die Arbeit der KollegInnen von der Reinigung wird fotografiert und danach finden Personalgespräche statt, nach dem Motto: "Dort hast du schlechte Arbeit gemacht etc."
Die Kolleginnen machen nun, bevor sie den Arbeitsplatz verlassen, selber Fotos, um sich nicht wieder etwas unterschieben zu lassen.


Über die Entlohnung heißt es im Betriebsflugblatt der Sozialistischen Arbeiterstimme beim Krankenhaus Charité in Berlin-Mitte, Vitamin C vom 26.2.09:

Reinigungskräfte sind schlecht bezahlt – völlig klar. Aber es geht noch „besser“. Die CFM ist unter die Zauberkünstler gegangen und stellt à la Trick 17 Reinigungskräfte einfach als sogenannte Servicekräfte ein. Schon fallen sie nicht einmal mehr unter den Tarif der Reinigungskräfte.

Oktober 2006

Allgemeine Arbeitsbedingungen

Das trotzkistische Online-Magazin World Socialist Web Site schreibt am 25.10.06:

Mit der Charité-Facility-Management (CFM), einem Unternehmen unter Beteiligung des Dussmann-Konzerns, wurde bereits die Privatisierung eingeleitet - ohne dass Verdi tatsächlich etwas dagegen unternahm. Ein Pfleger berichtet über die Bedingungen in der CFM: "Die Arbeitsbedingungen in dem neuen Unternehmen sind schlecht. Überstunden gelten laut Vertrag als bezahlt, die Arbeit wurde ungeheuer verdichtet. Selbst in Zimmern mit immungeschwächten Patienten wird jetzt weniger gereinigt. Diese Kollegen sind allerdings so eingeschüchtert, dass es schwierig ist, Genaueres über ihre Situation herauszubekommen." Auch die Bezahlung neu eingestellter Mitarbeiter der CFM liegt weit unter dem Gehaltsniveau der Kollegen, die aus der Charité in die CFM kamen.

August 2008

Kampf um Pausenraum und unbefristete Arbeitsverträge

Junge Welt 16.8.08:

... vor dem Bettenhochhaus der Charité ... herrscht [am Freitag, den 15.8.08] reger Betrieb. Frauen in Nylonkitteln sitzen auf den Bänken und Mauern und packen ihre Frühstücksbrote aus. Es ... Reinigungskräfte der Charité Facility Management GmbH (CFM) ... Die CFM hat die Pausenräume aus Kostengründen abgeschafft. ...

[Auch MitarbeiterInnen der Cafeteria] halten ... ihre Pause auf dem Vorplatz oder auf der Verladerampe am Wirtschaftseingang neben den Müllcontainern ab, obwohl laut CFM »die Mensen auch zum Verzehr mitgebrachter Speisen und Getränke zur Verfügung« stehen sollen. Kopfschütteln auch hier, von einer solchen Vereinbarung weiß niemand. Üblicherweise werde hinausgebeten, wer sein Frühstück in der Mensa auspackt, berichtet eine Kollegin. Und: »Wenn du den Mund aufmachst, kannste gehen.« Der größte Teil der CFM-Mitarbeiter hat befristete Arbeitsverträge, oft nur über wenige Monate. ...

Die CFM zahlt ihren Reinigungskräften den gesetzlichen Branchenmindestlohn von 8,15 Euro je Stunde, und selbst den versucht das Unternehmen durch aberwitzige Vorgaben in der Praxis zu unterlaufen, berichten die Mitarbeiterinnen.

Die IG BAU mobilisiert mit deutschen und türkischen Flugblättern für den Gewerkschaftsbeitritt, so die junge Welt weiter, während »Vorarbeiter durch die Campi gehen und IG-BAU-Infos herunterreißen«, wie eine Betriebsrätin berichtet.


April 2006

Warnstreik am 28. April 2006

Am 28. April 2006 organisierte ver.di an den Charité-Standorten Benjamin Franklin, Virchow-Klinikum und Mitte einen Warnstreik unter Beteiligung von Pflegekräften, Verwaltungsangestellten und GebäudereinigerInnen. Ver.di fordert u.a. einen Tarifvertrag für alle Beschäftigten der Charité und ihrer Tochterunternehmen; keine betriebsbedingten Kündigungen; Übernahme des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst aus dem Jahr 2003 und keine Privatisierungen.
Tags zuvor warnte die Geschäftsführung der CFM die MitarbeiterInnen schriftlich, daß "jegliche Beteiligung am Warnstreik nicht erlaubt ist und untersagt wird." Die CFM beschäftigt 2500 Personen, darunter 1050 Charité-Mitarbeiter. "Diese Drohung ist absolut unhaltbar. Auch die Mitarbeiter in den Tochtergesellschaften haben ein Recht auf Streik", stellte Georg Güttner-Mayer, Landesbezirksfachbereichsleiter Gesundheit bei Ver.di, klar. (Berliner Morgenpost 28.4.06, ver.di Aufruf zum Warnstreik)

In der Pressemitteilung von Dussmann (2.12.05) heißt es: Die Charité Facility Management GmbH wird zukünftig rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Die Berliner FDP-Fraktion warf im April 2006 dem Berliner Senat vor, die Veröffentlichung von Berichten zur Arbeit der CFM hinauszuzögern, die nicht reibungslos funktioniere. Hauptkritikpunkt der FDP an der CFM ist die mangelnde Beteiligung der mittelständischen Berliner Wirtschaft (Pressemitteilung der FDP 7.4.06). Zuvor hatten rund 200 mittelständische Unternehmen aus Berlin und Umgebung die nicht-medizinischen Serviceleistungen an der Charité erbracht (Pharmazeutische Zeitung ohne Datum).

In ihrer Einladung zu einer Informationsveranstaltung am 24. April 2006 stellte die Ver.di Betriebsgruppe der Charité folgende Fragen:

  • Stimmt es, dass die Universitätsklinik Charité seit Juli 2004 insgesamt 17 außertarifliche Arbeitsverträge mit Jahresgehältern zwischen 80 000 und 120 000 Euro abgeschlossen hat?
  • Stimmt es, dass die Charite „überraschend“ einen Gewinn von ca. 2 Millionen Euro gemacht hat?
  • Stimmt es, dass der Vorstand der Charité bereit ist 9-15% an die Ärztinnen und Ärzte zu zahlen? Während alle anderen einen Absenkungstarif hinnehmen müssen.
  • Stimmt es, dass der Berater Firma Roland Berger, 20 Millionen Euro kostet? Sind das die 20. Millionen, die uns seit 2003 vorenthaltet wird?
  • Stimmt es, dass der Vorstand Prämien für seine „gute“ Arbeit bekommen hat?
  • Stimmt es, dass in den ausgegliederten Tochterfirmen bereits Lohndumping praktiziert wird und neue Wasserköpfe an leitenden Mitarbeitern geschaffen werden?

Betriebsgruppen und -zeitungen

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge