Buchtipps
Aus PrivatisierungsWiki
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Frank König: Ein Chefarzt klagt an
September 2007 - 288 Seiten
ISBN-10: 3430300355, ISBN-13: 978-3430300353
Econ Verlag
Aus dem Ankündigungstext des Econ Verlags:
Die Profitgier im Gesundheitswesen hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Immer mehr Kliniken müssen nach dem Prinzip »effiziente Patientenverwertung« handeln. Nicht das Heilen steht im Vordergrund, sondern das Kassemachen. Als Chefarzt muss sich Frank König täglich zwischen ärztlicher Verantwortung und betriebswirtschaftlichen Vorgaben der Klinikleitung entscheiden. Er soll dafür sorgen, dass die Betten zum möglichst geringsten Pflegesatz ausgelastet werden. Krankenversicherungen und Patienten werden mit geschönten Therapieangeboten belogen und betrogen. Immer weniger Fachkräfte betreuen immer mehr Patienten. Eine Medizinstudentin muss zum Beispiel die Chemotherapie übernehmen, Patienten geraten in Lebensgefahr, Fehldiagnosen können nicht mehr korrigiert werden. Wer von den Mitarbeitern Kritik äußert, verliert seinen Arbeitsplatz. Schonungslos enthüllt der Autor die skandalösen Verhältnisse und zeigt die katastrophalen Auswirkungen auf Patienten und Personal.
Siehe auch
Martin Rümmele: Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit
März 2005 - 222 Seiten
ISBN 3-85326-370-4
Np Buchverlag
Aus dem Ankündigungstext:
Der Staat zieht sich zunehmend aus der Versorgung zurück. Stattdessen besetzen Privatunternehmen Schlüsselpositionen im Gesundheitswesen. Wer es sich leisten kann, bekommt weiterhin eine umfassende Versorgung. Andere müssen warten. Schon jetzt zahlen die Österreicherinnen und Österreicher fast ein Drittel aller Gesundheitsausgaben aus der eigenen Tasche – Tendenz steigend. In Deutschland gehören bereits 20 Prozent aller öffentlichen Krankenhäuser privaten Konzernen, die auch schon in Österreich Fuß gefasst haben. "Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit" zeigt diese Entwicklungen im internationalen Vergleich auf, stellt die Akteure im Liberalisierungskarusell vor und deckt deren Pläne und Netzwerke auf.
Website für das Buch: www.krankegeschaefte.at.
Werner Rügemer: Privatisierung in Deutschland – Eine Bilanz
2006 - 204 Seiten - 24,90 € - SFR 43,70
ISBN 3-89691-630-0
Verlag Westfälisches Dampfboot
Besser, billiger, bürgernäher! Öffentliche Haushalte entlasten! - Nach diesem neoliberalen Glaubensbekenntnis wird privatisiert. Werner Rügemer zieht zum ersten Mal eine empirisch begründete Bilanz für Ost- und Westdeutschland und legt offen: Die Privatisierung von Medien, Post, Bahn, Rathäusern, Schulen, Müllentsorgung, Strom, Wasser und der Sozialsysteme erweist sich als neue Quelle der öffentlichen Verschuldung, der Arbeitslosigkeit, der Teuerung. Die Privatisierung der DDR gab den Schub für die Privatisierung im Westen, die Akteure sind dieselben. Rügemer zeigt Privatisierung als Element der "neoliberalen Gegenreform" und der Umgründung des Staates. Die Konsequenz: Die öffentliche Daseinsvorsorge muss als Teil einer kooperativen Ökonomie neu entwickelt werden.
Michel Reimon und Christian Felber: Schwarzbuch Privatisierung. Wasser, Schulen, Krankenhäuser – was opfern wir dem freien Markt?
Wien 2003 - 256 Seiten - 19,95 € - CHF 36,00
ISBN 3-8000-399-66
Verlag Carl Ueberreuter
Ausschnitt aus dem Buch: Privatisierung der Rentenversicherung
Antje Bultmann (Hrg.): Auf der Abschussliste
Originalausgabe Juni 1997
Copyright © 1997 Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München
ISBN 3-426-77265-5
Aus dem Buch: ... die Assistenzärztin Cora Jakobi ... prangerte in einer Fernseh-Talkshow den »Bettennotstand und zu frühe Entlassungen noch ungeheilter Patienten« im Krankenhaus Neukölln in Berlin an. Altere Patienten mit Lungenentzündung seien zu früh nach Hause entlassen worden und hätten kurze Zeit später wieder aufgenommen werden müssen. Ein Patient habe sogar nach einer Herzoperation auf dem Flur liegen müssen — ohne Klingel ins Schwesternzimmer. In diesem Fall bekam jedoch die Ärztin, die fristlos entlassen werden sollte, vor dem Berliner Arbeitsgericht recht. Die Meinungsfreiheit der Arztin gehe vor, hieß es in der Urteilsbegründung. Diese Entscheidung sollte Schule machen. ...
Online lesbar, da vergriffen und nicht neu aufgelegt!
Stephan Kolb/Caroline Wolf: Kein einziges Märchen. Leidfaden Gesundheitswesen
96 S., 7,90 EUR
ISBN 978-3-938304-64-8
Bestellungen beim Mabuse-Verlag
Der Band versammelt Erfahrungsberichte von PatientInnen, ÄrztInnen und Pflegekräften im deutschen Gesundheitswesen. Die „wahren Geschichten über die Ware Gesundheit“ sind zuvor bei der Internet-Plattform www.kein-einziges-maerchen.de eingereicht worden. Sie vermitteln ein eindrückliches Bild von der fortschreitenden Kommerzialisierung des Gesundheitswesens.
"Kein einziges Märchen. Leidfaden Gesundheitswesen" wird an Politiker in Bund und Ländern versandt. Das Buch soll eine Ahnung von dem Alltag vermitteln, über den diese im Zuge der so genannten Gesundheitsreform entscheiden.
Aus dem Inhalt:
TerminvergabeMein Schwiegervater ist Beamter und damit Privatpatient. Neulich hat er beim Augenarzt angerufen, er wollte mal wieder einen Termin machen. Ob er nicht gleich am selben Tag noch kommen wolle, fragte die Sprechstundenhilfe. Mein Schwiegervater hatte Zeit und ging hin. Das Wartezimmer war leer, in der Praxis nichts los. Während mein Schwiegervater noch am Empfangstresen stand, kam ziemlich aufgeregt ein Mensch in die Praxis gestürzt, der an einem Auge stark blutete und dringend nach dem Arzt verlangte. Als sich herausstellte, dass der Patient ein ganz normaler Kassenpatient war, verwies ihn die Sprechstundenhilfe an die Notfallambulanz der nächsten Klinik. Mein Schwiegervater hat später keine Termine mehr in dieser Praxis ausgemacht.
Angehörige, 28 Jahre, Hessen
"Kein einziges Märchen. Leidfaden Gesundheitswesen" ist Teil einer Kampagne der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW). Es erschien anlässlich des Kongresses "Medizin und Gewissen", den die IPPNW vom 20.-23. Okt. 2006 in Nürnberg ausrichtete.
John Holloway, Edward P. Thompson: Blauer Montag. Über Zeit und Arbeitsdisziplin
92 S., 10,90 Euro
ISBN 978-3-89401-538-1
Edition Nautilus, Hamburg 2007 (geschrieben 1967)
Ankündigungstext des Verlages:
»Zeit ist Geld«, sagt man, und: »Die Zeit rast« – doch seit wann und warum nehmen wir sie so wahr, als Druck, als Drohung? So anschaulich wie anekdotenreich zeichnet Thompson den Wandel der Zeit vom Beginn der Industrialisierung bis zum noch heute bestehenden Kampf um jede freie Minute nach. Holloway aktualisiert in seiner Einführung die Thesen und zeigt mögliche Perspektiven auf.
Ausführliche Besprechung in der Taz vom 26.06.2007.

