Amper Kliniken AG

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Zur Amper Kliniken AG gehören


Gesellschafter der Amper Kliniken AG war seit 2005 die Rhön-Klinikum AG mit 74,9% und der Landkreis Dachau mit 25,1%. (Qualitätsbericht der Amper Kliniken AG Dachau für 2005) Seit November 2009 gehörten der Rhön Klinikum AG weitere 20,1% und somit 94,9% der Anteile an den Amper Kliniken.

Im März 2014 gingen die Anteile der Rhön Klinikum AG mit der Übernahme durch Fresenius-Helios an die Helios GmbH über. Die Amper Kliniken AG gehörten innerhalb der Rhön AG zu den größten und v.a. wirtschaftlich erfolgreichsten Unternehmen. Seit 1. Juli 2014 ist der offizielle Name Helios Amper Klinikum Dachau bzw. Helios Amper Klinik Indersdorf.



Inhaltsverzeichnis

Nachrichten

Dossier zu öffentlicher Kritik über Personalmangel und Hygiene - Beschäftigte protestieren gegen unzumutbare Arbeitsbedigungen

Dezember 2016

Münchner Merkur 15.12.2016 Überlebenstraining im Krankenhaus - Amper-Klinik Dachau massiv in der Kritik: Desaströse Zustände "Bei der Pflege hingegen sei alles in Ordnung. Pflegedirektor Marx sprang seinem Chef im September bei: „Die Anzahl der Stellen in der Pflege ist weder aktuell noch in den Vorjahren reduziert worden. Aktuell haben wir fast alle 320 Stellen besetzt.“

Die Belegschaft war außer sich, als sie die Sätze hörte. Da konnte auch der Verbesserungsentwurf vom 19. Oktober nichts mehr ändern. Am 25. Oktober entlud sich ihr Ärger wie bei einem Kochtopf, in dem Überdruck herrscht.

Das Café Gramsci in der Dachauer Altstadt ist kaum größer als das Wohnzimmer eines Reihenhauses – über 100 Pflegekräfte und Patienten der Amper-Klinik Dachau quetschen sich hinein, um bei der Podiumsdiskussion dabei sein zu können. Viele finden in der kleinen Kneipe keinen Platz mehr und müssen im Windfang oder auf dem Vorplatz ausharren."

November 2016: Nichts hat sich geändert! Proteste gehen weiter

Die Sektion Gesundheits- und Sozialberufe der FAU München meldet:

Leider müssen wir feststellen, dass sich rein gar nichts bewegt hat. Im Gegenteil, die Bedingungen haben sich noch weiter verschärft: Auf drei Abteilungen mit je 77 bzw. 76 Betten ist seitdem über die letzten Wochen Unterbesetzung mit sogar zwei Pflegekräften weniger ein fast täglicher Zustand und in einem Stockwerk sogar täglich in jeder Schicht. Es hat den Anschein als möchte man uns alle für unsere öffentliche Kritik bestrafen. Auf der Podiumsdiskussion wurde die konkrete Forderung aufgestellt umgehend Betten zu sperren. Helios möchte partout keinen Millimeter einlenken? Wir werden es auch nicht. So lassen wir nicht mit uns umspringen. Wir sehen uns auf der Straße!

Eine Mitarbeiterin geht an die Presse:

"Vor vier Wochen hat die Leitung der Helios-Klinik in Dachau einen Plan mit sieben Punkten vorgelegt, um die Missstände in Hygiene und Pflege in den Griff zu bekommen. Umgesetzt wurde davon bisher nur wenig – und die Personalsituation spitzt sich immer mehr zu. „Meine Mitarbeiter können nicht mehr“, berichtet eine Angestellte." Dachauer Nachrichten 23.11.2016 "Angestellte klagt: Pflegekräfte sind mit ihren Kräften am Ende"

Oktober 2016: Öffentliche Kritik über Personalmangel, Hygiene und unzumutbare Arbeitsbedigungen

Beschäftigte gehen auf Podiumsdiskussion mit der Helios Unternehmensführung hart ins Gericht und stellen Forderungen auf

Aus der Ankündigung der Unabhängigen Betriebsgruppe:

Personal oder Profit? Vor zwei Jahren übernahm die Helios GmbH mehrheitlich ihren Konkurrenten Rhön Klinikum AG. Das bedeutete für die Amper Kliniken in Dachau und Markt Indersdorf eine erneute Übernahme durch damit Europas größten Klinikkonzern.

In diesem Zeitraum haben nicht nur die bereits zuvor bestehenden Probleme des Personalmangels und die damit verbundene hohe Arbeitsbelastung im Klinikum Dachau enorm zugenommen. Sie haben sich derart verschärft, dass die Berufsgruppen Pflege, Reinigung, Bettenaufbereitung und Patienten Service täglich am Rande des Machbaren arbeiten und immer öfter darüber hinaus. In der Reinigung wurden Stellen reduziert, in der Pflege die Stellen von freiwilligen Kündigungen nicht nachbesetzt. Die Küche wurde im Juli diesen Jahres komplett geschlossen, die Mehrheit des Personals gekündigt.

Die Interessen der Beschäftigten spielen im Klinikkonzern eine untergeordnete Rolle im Streben nach der vorgegebenen Gewinnspanne. Und das, obwohl die Amper Kliniken schon im Rhön Konzern eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Kliniken darstellten. Der Druck diese Ziele zu erreichen landet tagtäglich auf den Schultern des überlasteten Personals.

In letzter Zeit wurden in der Presse Mängel bei Personal und vor allem in der Hygiene thematisiert. Missstände sind für die Dachauer Bevölkerung als potentielle Patientinnen und Patienten oder Angehörige von Interesse. Ebenso für die Kreispolitik, da der Landkreis 5,1% Anteile an den Kliniken hält. Es muss eine öffentliche Debatte mit Beschäftigten, Betroffenen und der Politik darüber geführt werden, in welche Richtung sich die Kliniken bewegen.

Presseberichte:

Dachauer Nachrichten 26.10.2016: "Bei einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend haben sich die Pflegekräfte des Helios Amper-Klinikums Dachau Gehör verschafft. Folgt man ihren Angaben, dann herrschen im Krankenhaus oben auf dem Weblinger Hang desaströse Zustände. Das Café Gramsci in der Dachauer Altstadt ist kaum größer als das Wohnzimmer eines Reihenhauses. Gestern Abend zwängten sich in die kleine Kneipe derart viele Menschen hinein, dass sie sich kaum mehr bewegen und wegen Sauerstoffmangels bald kaum mehr atmen konnten. Fast 100 Pflegekräfte, Patienten und solche, die es einmal werden könnten, lauschten drei Männern, die auf einem Mini-Podium in der Ecke saßen – wegen der Missstände im Bereich Sauberkeit und Pflege am Amper-Klinikum Dachau: Landrat Stefan Löwl, der Betriebsratsvorsitzende Claus-Dieter Möbs und Krankenpfleger Matthias Gramlich. Letzterer ist Mitglied der so genannten Unabhängigen Betriebsgruppe des Krankenhauses, die das Treffen organisiert hatte. Trotz Atemnot: Sprechen konnte das Trio noch; und wie!"

Süddeutsche Zeitung 26.10.2016: Klinikbelegschaft rechnet mit Unternehmensführung ab

Die Basisgewerkschaft FAU München berichtet am 29.10.2016:

Podiumsdiskussion über Arbeitsbedingungen und Zukunft der Helios Amper Kliniken Dachau - Beschäftigte der Helios Amper Kliniken Dachau fordern mehr Personal''

Die Botschaft war klar, der Andrang groß. Über 80 Klinikbeschäftigte stellten auf einer Podiumsdiskussion am 25.10.2016 im völlig überfüllten Café Gramsci in Dachau eine Forderung gegenüber der Helios Unternehmensführung nach mehr Personal und eine Sperrung von Betten bis dahin auf.

Die Unabhängige Betriebsgruppe am Klinikum lud zu der Veranstaltung mit Matthias Gramlich (Unabhängige Betriebsgruppe), Stefan Löwl (Landrat, Mitglied des Aufsichtsrats) und Claus Dieter Möbs (Bettriebsratsvorsitzender), ein. Bereits Anfang Oktober wurden die KollegInnen seitens der Betriebsgruppe in einem Flugblatt aufgefordert, dafür zu sorgen das ständige Arbeiten in Unterbesetzung nicht mehr zu dulden, stattdessen zusammen zu halten und für mehr Personal zu kämpfen. Mitte Oktober griff auch die Presse den Personalmangel und die schlechten hygienischen Zustände im Klinikum auf.

Im Februar 2014 übernahm die zum Gesundheitskonzern Fresenius gehörende Helios Klinken GmbH den Großteil ihres Konkurrenten Rhön Klinikum AG, zu der auch die Amper Kliniken in Dachau und Markt Indersdorf zählten. Seitdem ist Helios der größte Klinikkonzern in Europa. Helios steht in dem Ruf, seine Beschäftigten auszupressen und wird für seinen autoritären Führungsstil kritisiert. Es wird gespart an allen Ecken und Enden, um die angestrebte Gewinnspanne von 15% EBIT zu erreichen. So geschah es auch in Dachau, einer der fünf wirtschaftlich erfolgreichsten Kliniken innerhalb der 53 Rhön Kliniken. Die Arbeitsbelastung war bereits hier enorm, der Personalmangel existenziell. Mit der Übernahme durch Helios verschärfte sich Lage binnen zwei Jahren. Die Beschäftigten sind reiner Spielball der Konzerninteressen.

Am 21.10. musste Dachauer Klinikgeschäftsführer Engelbrecht im Kreistag über die Missstände berichten. Der Landkreis hält 5,1% Anteile an der Amper Kliniken AG. Dort wurde ein 7 Punkte Programm vorgelegt. Ein externer Dienstleister erledigt seit Mitte Oktober Reinigungsarbeiten, die zuvor im Juli der völlig überlasteten Pflege übertragen wurden.

Auf der Podiumsdiskussion wurden die Missstände, die in der Presse nur oberflächlich geschildert wurden, detailliert zur Sprache gebracht: Unbesetzte Stellen in Pflege, Service Personal und Reinigung. Dienstpläne mit bereits eingeplanten Überstunden, massive Krankheitsausfälle, Arbeiten mit zwei Pflegekräften weniger bei vollem Programm, PatientInnen, die nicht mehr versorgt und überwacht werden können, Herabwürdigens Verhalten der Helios Pflegedienstleitung, Einschüchterungen und Abmahnungen. Verstöße gegen geltendes Recht, wie mündliche Kündigung einer Krankenschwester im Januar, die Verplanung des Urlaubs des Reinigungspersonals. Die Liste war endlos. Gerade in dem Geflecht aus konzerneigenen Untergesellschaften gesellt sich Lohndumping zu freier Interpretation der Gesetzeslage. Von nachträglich geänderten Dienstplänen bis zu prophylaktischen Abmahnungen um die Leute unten zu halten.

Landrat Löwl war sichtlich erschrocken von dem Bild, das ihm dort von den Beschäftigten in den vielen Wortmeldungen dargeboten wurde. Helios führt seine Kliniken alle nach dem gleichen straffen Prinzip. Dachau ist kein Einzelfall, aber ein Spezialfall, durch die Anteile des Landkreises und die Rechtsform der AG. Die Veranstaltung wurde nach über zwei Stunden beendet, aber es hätte noch einmal so lang weiter gehen können. Das Café Gramsci war völlig überfüllt, Leute standen bis vor die Tür und hinter der Theke. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele KollegInnen kamen und sich auch zu Wort meldeten. Man spürte, dass hier das Eis gebrochen war, dass man sich gegenseitig ermutigt fühlte und dass alle gemeinsame Interessen haben. Dies mündete in der wiederholten Forderung umgehend Betten zu sperren und mehr Personal in den genannten Berufsgruppen, v.a. in der Pflege, einzustellen. Nun gilt es dran zu bleiben, da Helios nicht für seine Nachgiebigkeit bekannt ist. Aber jetzt ist auch klar: Die Beschäftigten lassen sich nicht länger hinhalten. Die Veranstaltung war eine Initialzündung zu neuem Selbstbewusstsein und wiedergewonnenem Gemeinschaftsgefühl. Jetzt wird der Spieß umgedreht. Jetzt bekommt Helios Druck.



siehe auch

Unabhängige Betriebsgruppe am Helios Amper Klinikum Dachau

FAU München - Sektion Gesundheits- und Sozialberufe

Presse November:

"Bundesweiter Protest - Probleme am Klinikum Dachau nur einer von vielen Süddeutsche Zeitung 14.11.2016

"Bewährung für den Kreistag" Kommentar Süddeutsche Zeitung 14.11.2016

Klinikgeschäftsführer muss im Kreistag Rechenschaft ablegen

Presseberichte vorher:

"Anhaltende Kritik am Krankenhaus Dachau - Führungstrio verspricht Besserung" Dachauer Nachrichten 19.10.2016

"Selbstdiagnose des Dachauer Klinikums" Süddeutsche Zeitung 19.10.2016

"Pflegekräfte an der Grenze ihrer Belastbarkeit" Süddeutsche Zeitung 21.10.2016

Presseberichte danach:

"Kreisräte fordern mehr Personal fürs Krankenhaus" Süddeustsche Zeitung 21.10.2016

Öffentliche Debatte über Personalmangel und hygienische Zustände

Anfang Oktober: Beschäftigte kritisieren Personalmangel und fordern KollegInnen auf aktiv zu werden: ANTIGEN Newsletter Oktober 2016

Die Presse greift das Thema auf:

Debatte über Hygiene am Kreisklinikum, Süddeutsche Zeitung 5.10.2016

Probleme am Dachauer Krankenhaus: Zwei Pflegekräfte für 77 Patienten, Dachauer Nachrichten 10.10.2016

Februar 2015

Helios schließt Küche: 40 Menschen werden gekündigt

Ab 2016 wird das „Helios Amper Klinikum Dachau“ von der Küche im Pasinger Klinikum, dem „Helios Klinikum München West“, mit Essen beliefert. Die Küche in Dachau wird geschlossen, den 40 KollegInnen „betriebsbedingt“ gekündigt. Damit spart sich Helios 3 Millionen Euro. PolitikerInnen (der Landkreis Dachau hält 5,1% der Anteile an den Amper Kliniken) bekunden öffentlich ihr Entsetzen. Doch es war eine Entscheidung mit Ankündigung.

Seit der Übernahme durch Helios im März 2014 und dem bis Sommer 2014 folgenden Baustopp des Neubaus von Küche, Apotheke und neuem Bettenhaus kursierten konkrete Befürchtungen, dass der neue Träger beabsichtigt eben genau die Küche zu schießen. Aus Profitinteresse versteht sich. Dem Bau der Apotheke und des Bettenhauses stimmte Helios letztendlich zu. Zur Zukunft der Küche schwiegen sie gewohnt beharrlich. Seit eineinhalb Jahren müssen die KollegInnen in Containern arbeiten, die so gut wie gar nicht gegen Kälte und Hitze isoliert sind. Ständig das Damokles Schwert über ihnen schwebend. Auch darauf wiesen kritische Stimmen mehrfach hin. Da in Pasing erst vor kurzem eine neue Küche gebaut wurde, standen die Chancen denkbar schlecht.

In einer Pressemitteilung vom 17.2.2015 erklärt Helios die Entscheidung des Aufsichtsrates, welche man sich nicht leicht gemacht habe. Um im gleichen Atemzug zu erklären, das gesparte Geld könne nun in medizinische Infrastruktur investiert werden (Helios Pressemitteilung). Es wurden also nicht einmal Krokodilstränen vergossen. Nicht ungewöhnlich für Helios. Sie unterstreichen einmal mehr ihren Ruf ihr Personal als reinen Kostenfaktor zu betrachten. Die Mehrheit der betroffenen KollegInnen ist bei der Amper Kliniken Tochtergesellschaft KDI Service GbmH beschäftigt. Die Küchenhilfen und SpülerInnen waren bei der bundesweiten Rhön Tochter RKRZ beschäftigt. Diese ging im September 2014 komplett an Helios über. Ein Teil heißt nun Helios Catering Bayern. Die Beschäftigten haben weder Tarifverträge noch einen Betriebsrat. Auch ihre Arbeitsbedingungen riefen im Juli 2014 erhebliche Kritik hervor, dem Helios in Dachau per Verbot einen Riegel vorschieben wollte. Aber die Existenz eines Betriebsrates heißt nicht automatisch, dass dieser auch im Sinne der Beschäftigten agiert. Oder überhaupt handelt. Die KDI hat zwar einen solchen, doch ist dieser seit einer Woche nicht bereit sich zu den Kündigungen überhaupt zu äußern. Im Aufsichtsrat stimmte einem Pressebericht zu Folge nur ein Mitglied gegen die Küchenschließung (SZ Dachau 21.2.15). Dabei haben die Arbeitnehmervertreter insgesamt drei Stimmen. Dazu kommt noch die Stimme des Landkreises, vertreten durch den Landrat Stefan Löwl (CSU).

Für die Betroffenen sind die Zukunftsaussichten schlecht. Die meisten sind über 40, viele über 50 Jahre alt. Ihnen droht nun die Langzeitarbeitslosigkeit. Und das nachdem sie zum Teil über 20 Jahre im Betrieb beschäftigt waren. Marese Hoffman (Grüne), langjähriges ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats und Mitglied des Kreistags, bezeichnet das Vorgehen von Helios als „widerlich“ und fordert einen Sozialplan für die Betroffenen (SZ Dachau 24.2.15). Dazu müsste sich der KDI Betriebsrat aber erinnern, dass es ihn gibt.

Die Amper Kliniken Dachau waren finanziell gesehen innerhalb der Rhön AG eines ihrer Tophäuser. Ein sechstel der Rhön Gewinne kamen aus Dachau. Innerhalb des Helios Konzerns nehmen sie auch einen Platz in den oberen Rängen ein. Daher lässt sich das Vorgehen von Helios, die zu Jahresbeginn bereits die Abteilung Materialwirtschaft aufgelöst hatten und die Zentralisierung der Personalabteilung forcieren, klar einordnen. Wenn jeder Moment Profit ist, bleibt kein Raum für humane oder moralische Überlegungen. Was der „klar definierten EBITDA-Entwicklung von drei Prozent nach dem ersten vollen Jahr der Konzernzugehörigkeit bis hin zu 15 Prozent Ziel-EBITDA nach fünf Jahren“ (Helios: Strategische Ziele) im Wege steht, wird knallhart aus diesem geräumt. Die Helios Kliniken müssen funktionieren wie Fabriken. Straff und zentral geführt mit klarer Hierarchie. In dieser stehen die KollegInnen der Küche weit unten und im Falle der SpülerInnen ganz unten. Wer sich dort befindet hat eben Pech gehabt. Das ist ökonomisches Faustrecht.

Auf Verhandlungsbereitschaft zu setzen erscheint angesichts der Entwicklungen illusorisch.

Helios kann man nur mit Druck begegnen. Druck von den Beschäftigten. Druck von unten!

Januar 2015 - Interview mit der Unabhängigen Betriebsgruppe Amper Kliniken Dachau

Seit März 2014 gehört die Amper Kliniken AG in Dachau und Markt Indersdorf zum Helios-Fresenius Konzern. Mit der Übernahme von 43 Rhön Kliniken ist Helios seitdem der größte Klinikkonzern in Europa mit 68000 Beschäftigten in 110 Kliniken. An den Amper Klinken sind 950 Menschen beschäftigt, mit allen Tochtergesellschaften über 1100. Vor allem das Klinikum Dachau gehörte unter der Rhön AG zu den Häusern mit den größten Gewinnen. Helios führt, wie auch in den anderen ehemaligen Rhön Kliniken, seine straffe, zentralistische Führung ohne Rücksicht gegen die Beschäftigten nach und nach ein. Die Küche mit 40 MitarbeiterInnen ist seit fast einem Jahr von der Schließung bedroht. Der nicht helios-konforme Vorstand Bernward Schröter wurde Ende Dezember 2014 zum Rücktritt gedrängt. Unterdessen bemüht sich die Klinikleitung den innerbetrieblichen Informationsfluss nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Dabei geriet sie aber auch in öffentliche Kritik. Wir befragen die Unabhängige Betriebsgruppe Amper Kliniken nach ihrer Einschätzung zu der allgemeinen Entwicklung.

zum Interview

Januar 2015 - Helios dementiert Verbot von konzernkritischer Betriebszeitung

"Von wegen Zensur - Mitarbeiter dürfen unternehmenskritische Hauszeitung weiterhin in den Amper-Kliniken verteilen" SZ Dachau 15.1.2015

Januar 2015

"Mitarbeiter der Helios-Amperklinik AG haben das Vater Unser umgedichtet und ausgehängt. Es ist ein zynisches Pamphlet. Dahinter steckt: Existenzangst. „Keiner weiß, wie es weitergeht“, sagt eine Angestellte über den Kurs, den die Helios Kliniken GmbH steuert. Werden Stellen abgebaut? Wird die Küche aufgelöst oder werden die Patienten von einem anderen Krankenhaus mitversorgt? Werden gar ganze Abteilungen aufgelöst? Alles Fragen, die die rund 950 Angestellten der Krankenhäuser Dachau und Indersdorf beantwortet haben wollen. Doch Helios hülle sich in Schweigen, so Belegschaft und Betriebsrat. „Man fühlt sich wie amputiert“, meint die Mitarbeiterin, die nicht erkannt werden möchte; sie hat Angst vor Repressalien. „Die Mitarbeiter haben die Sorge, den Mund aufzumachen“, sagt sie."

Existenzangst am Klinikum Dachauer Nachrichten 18.1.2016

Januar 2015 - Vorstand Schröter wird zum Rücktritt gedrängt

Der seit Juli 2011 amtierende Vorstand Bernward Schröter tritt zum Jahreswechsel überraschend zurück. Seine nichtkonforme Haltung zum neuen Träger Helios GmbH gilt als Grund dafür. Seinen Posten übernimmt vorrübergehend der Vorstandsvorsitzende der Amper Kliniken AG Martin Jonas. Bereits im August wurde Schröter vom Aufsichtsrat vom Vorstandsvorsitzenden zum geschäftsführenden Vorstand in Dachau degradiert. Martin Jonas ist außerdem Chef der gesamten Helios Region Bayern.

"Unmut beim Personal" SZ Dachau 15. Januar 2015

"Bernward Schröter legt sein Amt nieder" Dachauer Nachrichten 3.1.2015

"Abgang" SZ Dachau 15.1.2015

Oktober 2014

Warnstreik am 30.10.2014 / Betriebszeitung ANTIGEN faktisch verboten

Die Unabhängige Betriebsgruppe schreibt: "In den Tarifverhandlungen zwischen verdi und der Helios GmbH konnte nach vier gescheiterten Verhandlungsrunden keine Einigung erzielt werden. Helios ist ferner nicht bereit eingehender über die Forderungen zu diskutieren.

Für mehr Lohn zu kämpfen ist jederzeit legitim. Allerdings ist unser Anliegen stets die Thematisierung der hohen Arbeitsbelastung durch absichtliche personelle Unterbesetzung gewesen. Wir betrachten den Streik als Gelegenheit, auch dagegen zu kämpfen, indem wir uns dem Leistungsdruck für einen Tag entziehen und so unsere elementarsten Bedürfnisse öffentlich wirksam zum Ausdruck bringen.

Während verdi sich auf ihr Klientel, KollegInnen mit Fachausbildungen und MitarbeiterInnen in den Funktionsbereichen, Intensiv und OP verlässt, werden wir alles daran setzen, die unorganisierten KollegInnen auf den Normalstationen für den Streik zu mobilisieren. Dort wo die Widersprüche und ein enormer Leistungsdruck jeden Tag aufs neue ungeschminkt zu Tage treten. Legen wir den Laden lahm!

Dennoch ist unsere Euphorie gebremst. Die seit 1.8.2014 amtierende Geschäftsführung der Amper Kliniken unter der Führung des Chefs der „Helios Region Bayern“ Martin Jonas, hat unsere unabhängige Betriebszeitung ANTIGEN per Dekret am 6.8.2014 faktisch verboten! (...) Es scheint als müsste alles, was dem reibungslosen Ablauf der Mehrwertproduktion schadet, eliminiert werden. Und kritische Beschäftige sind keine produktiven Beschäftigen. Um das durchzusetzen greift der Klinikkonzern tief in die Mottenkiste. Einfach so hinnehmen werden wir das jedenfalls nicht!"

ANTIGEN verboten Beim Warnstreik verteiltes Flugblatt

September 2014 - Aktive Mittagspause am „Helios Amper Klinikum“ in Dachau

von Unabhängige Betriebsgruppe 24.9.2014

Mit einer Spontanaktion machten am 23. September 60 Beschäftigte vor und im Klinikum Dachau deutlich, dass sie bereit sind für ihre Belange einzutreten. Verdi hatte alle KollegInnen zu einer aktiven Mittagspause zwischen 13.30 und 14.30 Uhr aufgerufen. Anlass dafür sind die aktuell stattfindenden Tarifverhandlungen zwischen verdi und der Helios Kliniken GmbH. Doch es geht um mehr als nur um Geld.

Die Forderungen von gewerkschaftlicher Seite sind 8% mehr Lohn, mindestens 160 Euro, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 90 Euro, 30 Tage Urlaub und Erhöhung der variablen Gewinnbeteiligung um 0,5% auf 18%. Gewinnbeteiligungen waren bisher die schlechtere Alternative zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld in den Haustarifverträgen. An den Amper Kliniken in Dachau und Indersdorf wurden sie unter dem alten Träger, der Rhön Klinikum AG, tariflich vereinbart. Bei Helios gibt es diese Sonderzahlungen generell nicht.

Für mehr Zündstoff sorgen allerdings der fast schon traditionelle Personalmangel, v.a. in der Pflege und die daraus resultierende Überlastung der KollegInnen. Auch der neue Träger Helios zeigt uns seit März diesen Jahres was personelle Angelegenheiten für sie darstellen: Einen reinen Kostenfaktor, der ihrem erklärten Ziel von einer Renditensteigerung von 15% binnen 5 Jahren nach einer Übernahme, stets im Weg zu stehen scheint.

Die Materialwirtschaft soll aufgelöst werden und die Kliniken fortan zentral mit Arbeitsmaterialien beliefert werden. Die Zukunft der Küche ist weiter ungewiss. Ursprünglich sollte ein Umbau vorgenommen werden. Helios hatte sofort nach der Übernahme einen Baustopp – es sollte außerdem eine Sanierung, ein neues Bettenhaus für 200 PatientInnen und einen Neubau der Apotheke geben - auf dem gesamten Gelände verordnet. Mittlerweile wird zwar wieder gebaut, jedoch nicht an der Küche. Die Arbeitsplätze der 40 KollegInnen in der Küche stehen auf dem Spiel. Und Helios ist nicht gerade auskunftsfreudig. Sie stellen alle Beschäftigten lieber vor vollendete Tatsachen. Entweder wird die Küche in Dachau oder am Klinikum Pasing (mittlerweile „Helios Klinikum München West“) geschlossen.

Am 1. September ging die bundesweite Reinigungsfirma RKRZ, vormals ein Rhön-Tochterunternehmen, an die Helios GmbH über. Die bereits lange vorher vorherrschenden unzumutbaren Arbeitsbedingungen der Reinigungskräfte, SpülerInnen in der Küche und KollegInnen der Bettenzentrale, sowie die Willkür von Vorgesetzten, Abmahnungen und Kündigungen von unliebsamen KollegInnen, waren Anlass für ein Flugblatt unserer Unabhängigen Betriebsgruppe. Die Reaktion des seit 1. August amtierenden neuen Vorstandsvorsitzenden Martin Jonas auf das Flugblatt mit rechtlichen Tipps war bemerkenswert: Am 6. August wurde ein Verbot für Plakate auf dem gesamten Klinikgelände verhängt. Mehr als genügend Gründe die Zähne zu zeigen!

Auch wenn dies nicht Gegenstand der Tarifverhandlungen, geschweige denn der innergewerkschaftlichen Diskussion ist, den Beschäftigten ging es immer um mehr als nur ums Geld. Selbstverständlich beteiligten wir Aktive der Unabhängigen Betriebsgruppe uns auch an der Aktion. Mit einem Transparent mit einer Grafik zu steigendem Gewinn und ausgebranntem Personal, sowie der Aufschrift „Dachauer Klinikbeschäftigte – Wir wehren uns“, welches seine Wirkung nicht verfehlte.

Es tut gut sich dem Leistungsdruck für eine Stunde zu entziehen. Und auch Helios sollte mal erfahren wie Druck sich anfühlt.


Presseberichte

Dachauer Nachrichten 24.9.2014 "Mitarbeiter der Helios Amperklinik streiken in der Mittagspause

Süddeutsche Zeitung Dachau 24.9.2014 "Eine Frage der Wertschätzung"

August 2014 - Nach einem Infoflugblatt mit arbeitsrechtlichen Tipps: Helios Vorstand verbietet sämtliche Aushänge

Aus einer auf Labournet veröffentlichten Infomail der Unabhängigen Betriebsgruppe an den Amper Kliniken

Die Flugblätter für die KollegInnen der Reinigung, Bettenzentrale und Küche erfreuen sich größerer Beliebtheit als erwartet. Sie wurden dem Anschein nach selbständig vervielfältigt, gemarkert und im ganzen Haus verklebt. Das Flugblatt findet sich hier

Nun hat die Klinikleitung am 6.8.14 folgende Mitteilung veröffentlicht:

“Veröffentlichung von Informationen durch Aushänge

Informationen, die durch Aushänge im Klinikum veröffentlicht werden sollen, sind bezüglich Inhalt und Layout mit dem Vorstand abzustimmen. Das Anbringen von Aushängen und Plakaten, die nicht vom Vorstand genehmigt wurden, ist untersagt.”

Das erinnert frappierend an das Vorgehen des alten, Vorstandes vor haargenau zehn Jahren. Dieser rechtfertigte damit seine repressiven Maßnahmen gegen aktive KollegInnen. Es wurden 2004 insgesamt dreimal KollegInnen wegen Hausfriedensbruch angezeigt. Dieser Rückgriff soll Widerspruch verbieten und somit im Keim ersticken. Natürlich sind wir für selbständiges Kopieren und Aufhängen unserer Flugblätter durch andere nicht zur Verantwortung zu ziehen. Es riecht aber als würde der Wind sich langsam drehen. Es könnte natürlich auch Konsequenzen für uns als Betriebsgruppe und unsere Publikation der ANTIGEN nach sich ziehen. Helios bleibt seiner Linie also treu und wird seinem Ruf einmal mehr gerecht. Leider gibt es Dinge, die gesagt werden müssen! Daher hier unser ANTIGEN Newsletter für August über die ersten fünf Monate unter Helios. Wir konnten die letzten 4 Jahre, nach Jahren an Repressalien und Einschüchterungen seitens der alten Klinikleitung, offen im Betrieb agieren. Das haben wir erkämpft und werden es uns nicht so einfach nehmen lassen.

August 2014

Der Aufsichtsrat der Amper Kliniken, unter Führung der bundesweiten Helios-Arbeitsdirektorin Karin Gräppi, bestimmt ab 1.8.2014 den bisherigen stevertretenden Vorstand der Amper Kliniken und Chef der Helios-Region Bayern, Martin Jonas zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Bernward Schröter nimmt seinen Posten als Vize ein.

Juli 2014: Neuer Name Helios Amper Klinikum

Nachdem die 94,9% Anteile der Rhön AG zum 28.2.2014 an die Helios GmbH übergingen, lautet seit dem 1. Juli 2014 der neue Name "Helios Amper Klinikum Dachau" bzw. "Helios Amper Klinik Indersdorf".

Dezember 2013: Übernahme durch Helios GmbH

Der Landkreis Dachau hält 5,1% Anteile der Amper Kliniken AG. Die 94,9% der Rhön Klinikum AG gehen an die Helios GmbH. Der Kreistag hat in einer Sitzung vom 13.12.2013 dieses Vorhaben mit großer Mehrheit befürwortet.

siehe dazu

Kommentar zur Zustimmung des Kreistags zur Helios-Übernahme

Rhön Klinikum AG an Fresenius-Helios verkauft

September 2011 bis Januar 2012

Ende September wird die komplette Pflegedienstleitung (PDL) erneuert und der noch von der alten Klinikleitung eingesetzte oberste PDL Martin Bigg. Seitdem ist die Arbeitsbelastung zwar keinen Deut besser geworden, aber es wird nach außen als solches verkauft. Die neue PDL unter Barbara Sallinger und auch der Vorstandsvorsitzende Berward Schröter sind sehr auf ihre offene und freundliche Außenwirkung bedacht.

Eine Offensive an positiven Berichterstattungen in den lokalen Medien läuft an und letztere sind auch willig der Klinik nach außen zu einem neuen, besseren Image zu verhelfen. In regelmäßigen Abständen werden mediale Lobgesänge über die moderne Einrichtung und immer wieder über die vermeintlich positive Atmosphäre unter den Beschäftigten abgehalten, während im Betrieb die Arbeitsbelastung unverändert hoch ist. Im Oktober verkündet Fr. Sallinger, dass der Stellenplan in der Pflege "voll besetzt" sei. Damit ist natürlich der Stellenplan der Rhön AG gemeint, der bei weitem zu niedrig angesetzt ist.

Juli bis September 2011

Die Unabhängige Betriebsgruppe an den Amper Kliniken erringt eine vorübergehende Bettensperrung. Um gegen Personalmangel öffentlich vorzugehen verfassten sie am 21. Juli folgende Presseerklärung:


Arbeitssituation der Beschäftigten an den Amper Kliniken AG Dachau ist im Begriff weiter zu eskalieren

Durch bereits bestehende Personalmängel und daraus folgende Krankheitsausfälle durch Überbelastung, kommt zur allgemeinen Arbeitsverdichtung noch der Druck, die Ausfälle zu kompensieren. Dies hat sich, v.a. in den Bereichen der Pflege in der Inneren Medizin, derart verschärft, dass zum Teil nicht einmal mehr die einzelnen Schichten voll besetzt werden können. So manifestiert sich die Kehrseite der von Rhön Klinikum AG und Amper Kliniken AG verkündeten jährlichen Rekordzahlen an behandelten PatientInnen. Wir Beschäftigte werden mit einem Hoffen auf ein „Sommerloch“, also einem saisonbedingten Rückgang der PatientInnenzahlen, vertröstet. Neueinstellungen von Personal sind nicht in Sicht. Sowohl von Pflegekräften, als auch von der immer wieder angekündigten Schaffung von Stellen für Stationsassistentinnen, einem Berufsfeld das vor Jahren abgeschafft wurde. Wir glauben nicht an „Sommermärchen“ und haben keine Lust mehr uns länger hinhalten zu lassen. Daher fordern wir von sämtlichen Verantwortlichen, der (neuen) Klinikleitung, des ärztlichen Leitungsgremiums und der Pflegedienstleitung umgehend zu handeln und die Bettenzahlen den Personalzahlen anzugleichen, wenn dies umgekehrt schon nicht möglich scheint. Anders ausgedrückt: Wir fordern Betten zu sperren''


Eine halbe Station wird bis Mitte September gesperrt, damit die Krankenschwestern ihre Überstunden abbauen können. Die ebenfalls geforderten Stellen der Stationsassistentinnen werden in der Woche darauf ausgeschrieben.


Die Lokalpresse berichtet negativ über Eigeninitiative der Beschäftigten, woraufhin ungesundleben die Gruppe in einem Interview Raum für ausführliche Erklärung gibt.

Juni 2011

Vorstandsvorsitzender Uwe Schmid verlässt die Amper Kliniken AG und geht in den Ruhestand. Er stand für eine Führung der harten Hand und dafür aus den Mitarbeitern das letzte heraus zu pressen. Unter seiner nahezu 15 jährigen Ägide wurde das Kreiskrankenhaus Mitte der Neunziger zur GmbH, 2001 zur landkreiseigenen Aktiengesellschaft und schließlich 2005 an den Klinikkonzern Rhön Klinikum AG angegliedert.

Es gilt als sein Verdienst, dass die Amper Kliniken stets schwarze Zahlen schrieben, dass sie jährlich mehr Patienten versorgten, dass sie jährlich größere Gewinnen einfuhren. Aber auch dass Stellen, v.a. in der Pflege kontinuierlich abgebaut wurden. Gab es 2001 noch 1100 Beschäftigte, sind es heute noch 780. Viele Bereiche wurden ab 2004 in eigene Gesellschaften ausgelagert. Belohnt wurde er vom Rhön Konzern mit dem Posten des Verantwortlichen für das Management der südbayerischen Rhön Kliniken.

Seine Nachfolge darin und als Vorstandsvorsitzender der Amper Kliniken AG übernimmt Bernward Schröter.

Dezember 2010

Beschäftigte der Amper Kliniken AG protestieren gegen ihre Arbeitsbedingungen

Am 5. Dezember organisierten die Dachauer KollegInnen einen Infostand in der zu dieser Jahreszeit gut besuchten Dachauer Altstadt. Unter dem Motto "Wir wehren uns - Dachauer Klinikbeschäftigte" sollte der sozialen Kälte eingeheizt und an die Kämpfe europäischer KollegInnen angeknüpft werden.

Die Beteiligung von Krankenhauspersonal war z.B. in Griechenland, Frankreich oder zuletzt in Tschechien völlig normal. In der BRD kam der Protest gegen sogenannte Sparpakete nicht über symbolische Latschdemos hinaus. Der vom DGB versprochene "heiße Herbst" wird im Aufruf der DachauerInnen als "laues Lüftchen" bezeichnet.

Aber es sollte auch nicht "große Politik" gemacht werden. Ausgehend von der eigenen Lage, sollten alle ArbeiterInnen ohne das Kommando ihrer vermeintlichen StellvertreterInnen, sich selbst zusammenschließen, organisieren und für ihre Belange eintreten. Am Beispiel der Praxis des Konzerns Rhön Klinikum AG, dem die Amper Kliniken AG zu 95% gehört, wurden die daraus resultierenden Arbeitsbedingungen, Kürzungen und die demgegenüber gestellten jährlich steigenden Gewinne des Konzerns an einem konkreten Beispiel der Öffentlichkeit dargestellt. An einer Stelltafel mit Zeitungsartikeln der letzten sechs Jahre konnten die PassantInnen die schrittweisen Einschnitte des Klinikpersonals nachverfolgen.

Fazit: "Wir wollen nicht warten bis uns jemand zur Hilfe eilt – Wir müssen uns selbst helfen"

Das verteilte Flugblatt: Rhön Klinikum AG - Amper Kliniken AG - Und die Beschäftigten
Weitere Infos zur Betriebsgruppe: www.betriebsgruppen.de/bgak

August 2010

Unabhängige Betriebsgruppe informiert Kreistag (indirekt)

Auf der Kreistagssitzung am 23. Juli 2010 wurde die Personalsituation am Dachauer Klinikum erörtert. Der Vorstand der Amper Kliniken AG, Uwe Schmid, sagte dem Kreistag, es bestehe eine angemessene Versorgung und Betreuung. Schmid war auf Initiative der SPD-Fraktion aufgefordert worden, dem Kreistag zu berichten.

Die Amper Kliniken AG ist im Auftrag des Kreistags für die medizinische Grundversorgung im Landkreis Dachau zuständig, wobei der Landkreis 5,1 % an der AG hält und den Rest der Anteile die Rhön Klinikum AG.

Eine Kreisrätin, Marese Hoffman (Bündnis 90/Die Grünen), überprüfte die Auskünfte Schmids. Sie wandte sich dabei auch an die Unabhängige Betriebsruppe Amperkliniken. Die Betriebsgruppe stellte anhand von Zahlenmaterial die Personalsituation dar. Sowohl VertreterInnen von Bündnis 90/Die Grünen als auch der SPD reagierten auf diese Informationen erschrocken. Es wird nun genauere Prüfungen geben.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 4.8.10 | Artikel: "Am Dachauer Klinikum fehlt Pflegepersonal"

Wäre doch schön, wenn Kreistäge usw. gleich von vornherein nicht nur Geschäftsführungen einladen würden, sondern alle relevanten Informationsquellen, um sich über die Gewährleistung der Grundversorgung zu informieren! Wieso ist das nicht selbstverständlich?


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Mai 2009

Ver.di Mitgliederversammlung

Am 5. Mai 2009 hat Ver.di in den AmperKliniken eine Mitgliederversammlung durchgeführt.

Den Ver.di Mitgliedern in der unabhängigen Betriebsgruppe Amperkliniken war davon nichts bekannt. Sie wurden weder schriftlich eingeladen noch wurden Einladungen im Haus verteilt wie bei der vorigen Ver.di-Versammlung (wenn auch nur wenige Tage vor dem Termin). Auch hat kein Ver.di Mitglied, das nicht in der unabhängigen Betriebsgruppe ist, den Ver.di-KollegInnen in der Betriebsgruppe Bescheid gegeben.

Am 6. Mai 2009 wurde eine Kollegin der Betriebsgruppe gefragt, ob sie nicht Mitglied der Tarifkommission sein wolle. Die Tarifkommssion 2005 hatte aus Ärzten, Stationleitung und Fachkrankenschwestern und/oder BR-Mitgliedern bestanden.

Seit der zweiten Ausgabe der Betriebszeitung Antigen werden KollegInnen aus der unabhängigen Betriebsgruppe von KollegInnen aus der Ver.di-Betriebsgruppe mit skeptischen Blicken bedacht.

Mittlerweile hat man sich zwischen unabhängiger und verdi Betriebsgruppe auf ein mehr oder minder konstruktives Nebeneinander, und bei konkreten Sachen (z.B. Streiks) auch miteinander, geeinigt. Denn wir sollten unsere Energie primär zu Lasten der Gegenseite verwenden und nicht ständig, unbezweifelt bestehende, Differenzen gegeneinander austragen. Das Problem mit den "nicht erhaltenen" Einladungen ist behoben und war zumindest nicht das Verschulden der im Betrieb aktiven verdi-Leute.

April 2009

Jagd auf Betriebszeitung

Wie interne Kreise berichten, hat es im Service-Bereich eine Jagd auf die zweite Ausgabe der Betriebszeitung Antigen gegeben. Dabei sollen sogar die Privatfächer der KollegInnen durchsucht worden sein - was gar nicht gut ankam.

Die Antigen wird von der Betriebsgruppe AmperKliniken herausgegeben. Auf deren Einladungen zu einem Stammtisch der Beschäftigten hat man ebenfalls Jagd gemacht.

Die bisher erschienenen Ausgaben der Antigen können auf der Seite der Betriebsgruppe] heruntergeladen werden.

Februar 2009

Personalmangel

Seit der Woche nach Weihnachten bis durch den Januar zieht sich ein absoluter Personalmangel durch Krankheitsausfälle -- und zwar über alle Stationen. Es wird eingeschoben, länger gearbeitet etc.

Die Versorgung kommt mehr ins Schludern, als sonst schon. So werden z.B. präfinale PatientInnen (Sterbende) in ein Dreibett-Zimmer eingeschoben.

Dass über dem Limit gearbeitet wird, ist ja normal. Aber jetzt können die Schichten flächendeckend nicht mehr komplett besetzt werden. Einzelne MitarbeiterInnen werden zu Teildiensten genötigt, d.h. ihre Dienstzeit wird in zwei Teile mit mehrstündiger Unterbrechung geteilt und bei der Gelegenheit um einige Stunden verlängert. Laut Pflegedienstleitung (PDL) ist der Stellenplan der Pflege voll besetzt. Etwa 6 Monate zuvor gab es einen Versuch, Nachdienst-Zeiten zu verkürzen, der jedoch am Widerstand der KollegInnen scheiterte.

Verhandlungen über Haustarifvertrag

Im Frühjahr 2009 wird ein neuer Haustarifvertrag zwischen Ver.di und der Rhön AG verhandelt werden. Die Ver.di Betriebsgruppe der Amper Kliniken (zwei vom Betriebsrat) hat diesbezüglich nicht die unabhängige Betriebsgruppe Amperkliniken im Haus kontaktiert, wobei die unabhängige Betriebsgruppe nach eigenen Aussagen aber auch keinen Wert darauf legt, in die Verhandlungen einbezogen zu werden, da sie eigene Forderungen hat, die sich sowieso nicht mit verdi in Einklang bringen lassen.

Anfang Februar 2009 wurde die Tarifkommission gewählt und die Forderungen durchgegangen. Die Einladungen dazu wurden nur 5 Tage zuvor unter den MitarbeiterInnen der Klinik verteilt.

Auf der Betriebsvollversammlung am 18. Februar teilte ver.di mit, sie habe ihre „Philosophie“ bezüglich Tarifverhandlungen in Häusern mit niedrigem Organisationsgrad geändert. Bei nur rund 10% Organisationsgrad wie in den Amperkliniken habe ver.di nicht genügend Rückendeckung. Jede/r MitarbeiterIn solle für sich selber mit den Arbeitgeber verhandeln und sich überlegen, ob ein Eintritt in die ver.di nicht doch besser wäre.

Gerichtsprozesse gegen AktivistInnen

Die Geschäfstführung der Amper Kliniken AG führt Prozesse wegen "Hausfriedensbruchs" gegen AktivistInnen der Gewerkschaft Freie ArbeiterInnen Union (FAU), die im Verlauf einer Kundgebung am 17. August 2007 Flugblätter innerhalb des Klinikgebäudes verteilt haben sollen.

Am 16. Februar 2009 fand der zweite Prozess in dieser Sache statt. Das Verfahren wurde eingestellt. Näheres siehe Seite der Betriebsgruppe AmperKliniken.

November 2008

Tell it like it is – Interview mit zwei Militanten aus den Amper Kliniken

Direkte Aktion München 8.11.08:

Vor über einem Jahr rüttelte ein Arbeitskampf an den Amper Kliniken in Dachau die Öffentlichkeit der beschaulichen Kleinstadt vor den Toren Münchens auf. Im Sommer/Herbst 2007 waren die miesen Arbeitsbedingungen wochenlang Thema in diversen Lokalzeitungen der Kreisstadt. Vielen Menschen in Dachau dämmerte spätestens zu diesem Zeitpunkt, dass die Privatisierung der Kreiskliniken Dachau/Indersdorf im Jahr 2001 ziemlich negative Folgeerscheinungen nach sich gezogen haben. Dies gilt sowohl fur die Klinikbeschäftigten – die unter Personalreduzierungen, billiger Leiharbeit und schlechteren Arbeitsbedingungen zu leiden haben – als auch für Patientinnen, die zunehmend über eine schlechtere Versorgung klagen. Die Lokalzeitung der FAU München, die «Direkte Aktion München», führte dazu ein Interview mit zwei Betriebsmilitanten.

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September 2007

Beschäftigte verabreden Aktivitäten, FAU strebt Anerkennung als vertretene Gewerkschaft an

Pressemitteilung FAU Lokalföderation München 16.9.07:

Aktionswochenende!

Das Aktionswochenende der FAU zu den Arbeitsbedingungen in den Amper Kliniken ist mit einer Veranstaltung in Dachau und in München sowie einer Kundgebung in Dachau erfolgreich durchgeführt worden.

Jeweils 15 Menschen nahmen an den beiden Veranstaltungen teil und ca. 25 Teilnehmer waren auf der Kundgebung am Dachauer Bahnhofsplatz. Mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer wären durchaus wünschenswert gewesen, aber die Vorträge und Redebeiträge waren sehr informativ und motivierend. Die Diskussionen während und nach den Veranstaltungen führten zu erster Schritten für eine breitere Organisierung der Beschäftigten. Speziell die Veranstaltung in Dachau, bei der die Krankenhausbeschäftigten mächtig Dampf abließen und gemeinsame Aktivitäten verabredeten, zeigte, dass die Belegschaft genug von den miesen Arbeitsbedingungen an den Amper Kliniken hat.

Die angemeldete Demonstration am nächsten Tag wurde jedoch nicht durchgeführt, da die anwesenden Beschäftigten der Amper-Kliniken die Situation dahingehend einschätzten, dass sie noch vor ihrem aktiv werden, starken Repressionen seitens der Klinikleitung ausgesetzt gewesen wären.

Dies bestätigt nur nochmal das Klima der Einschüchterung und der Angst um den Arbeitsplatz, das die Klinikleitung erzeugt. Trotzdem werden Teile der Belegschaft anfangen, sich zu organisieren und den Kampf gegen die schlechten Arbeitsbedingungen aufnehmen. Die Protestkundgebung war auch ohne anschließende Demonstration ein Erfolg, da Präsenz gezeigt wurde, und viele Flugblätter an die Dachauerinnen und Dachauer verteilt wurden.

Etwas befremdlich war das Verhalten der Polizei, die mehrfach drohte die Kundgebung aufzulösen, und als Grund dafür angab, dass abgespielte Arbeiter- und Gewerkschaftslieder nicht wie im Auflagenbescheid angegeben als themenbezogene Beiträge anzusehen wäre. Besonders das Abspielen der Internationale war den Ordnungshütern ein Dorn im Auge. Scheinbar ist die Internationale in Dachau verboten!...
Desweiteren wurde mehrmals von der Polizei angedroht, dass die Demo auf dem Gehsteig stattfinden müsse, da sie, und das ist kein Scherz, nur fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Protestkundgebung zählte!

Für die meisten Beschäftigten war es das erste Mal, dass sie zu einer Demonstration gingen, entsprechend unsicher waren sie. Für uns als Basisgewerkschaft war es selbstverständlich, dass wir auf die Bedenken der anwesenden Klinikbeschäftigten Rücksicht nahmen, und trotz Genehmigung der Demonstration, es nicht auf eine Kraftprobe mit der Polizei ankommen ließen und die Pflegekräfte der Amperklinik aus der Schusslinie brachten.

Weitere Aktionen in und an den Amper-Kliniken werden folgen, da dieser Kampf sowieso ein langfristig angelegter Konflikt ist. Unsererseits wird dabei ein Schwerpunkt die Durchsetzung der Anerkennung der FAU als in den Amper-Klinken vertretene Gewerkschaft sein.

Gewerkschaftssekretäre
Alexa und Roman

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August 2007

Klinikleitung gegen Basisgewerkschaft - Aktion der FAU München vor der Amper Klinik Dachau

Am Freitag, den 17. August 2007 führte die FAU eine angemeldete Kundgebung von 12 bis 16 Uhr vor dem Klinikgelände der Amper Klinik Dachau durch.

Den bis zu 20 Leuten am Infostand bzw. der kleinen Bühne wurden die mitgebrachten Flugblätter, die über die seit der Privatisierung enorm verschechterten Arbeitsbedingungen aufklärten und Möglichkeiten der Gegenwehr ansprachen, gerne abgenommen. Dabei zeigte sich sehr schnell, dass das Klima unter den Klinikbeschäftigten von Angst um den Arbeitsplatz und Einschüchterung geprägt ist.

Da das weitläufige Gelände angeblich weitgehend der privaten Nutzung der KlinikbetreiberInnen unterliegt, wurde den GewerkschaftsaktivistInnen ein Platz an einer Zufahrtsstraße zugewiesen, was viele Vorbeifahrende nicht daran hinderte, abzubremsen und Flugblätter in Empfang zu nehmen bzw. Gespräche zu führen. Exemplarisch war etwa der Kommentar einer Frau, die verlauten liess: "Mein Mann arbeitet in der Klinik. Seit der Privatisierung wird es immer schlimmer. Macht weiter so!"

Im Laufe der vierstündigen Aktion gab es ein überraschend positives Echo auf Seiten der Klinikbeschäftigten und -besucherInnen. Viele verlangten sogar gleich mehrere Flugblätter, um sie an die interssierten KollegInnen verteilen zu können.

Die im Vorfeld informierte Presse schickte Vertreter an den Gewerkschaftsstand, wobei ein Reporter der "Süddeutschen Zeitung" davon berichtete, dass ihre kritische Berichterstattung bei der Geschäftsleitung der Amper Klinik gar nicht gerne gesehen wird. Der SZ flatterte deswegen bereits eine Unterlassungserklärung ins Haus. Apropos Klinikleitung. Diese schaute mehrmals am Infostand vorbei und beschwerte sich über Flugblätter, die unverständlicherweise den Weg in die Klinikgebäude gefunden hatten. Gegenüber den Pressevertretern waren sie hingegen eher kleinlaut und antworteten auf deren Anfragen nur mit einem lakonischen "Kein Kommentar", obwohl im Flugblatt der FAU ganz konkrete Mißstände benannt wurden. Statt sich also den vorgebrachten Argumenten und Forderungen der Basisgewerkschaft zu stellen, hetzte die Klinikleitung lieber Polizeibeamte in Uniform und Zivil auf die AktivistInnen. Zum Ende der Kundgebung sprach der Rechtsvertreter der Amper Klinik gegenüber neuen Personen ein Hausverbot für das gesamte, weitverzweigte Klinikgelände aus und ließ gegen vier Personen eine Anzeige aufnehmen.

Davon wollen sich dem Vernehmen nach die FAU-Gewerkschaften in München jedoch nicht abschrecken lassen und mit Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen den Kampf fortsetzen. Über ihre Beweggründe schreibt die FAU in dem vor der Klinik verteilten Flugblatt:

Den Kampf um die Rechte, aber auch um die Würde der Klinikbeschäftigten werden wir als Basisgewerkschaft FAU tatkräftig unterstützen. Deswegen stellen wir Öffentlichkeit her und informieren über die arbeitnehmerfeindlichen Maßnahmen des Managements.

Als in der Amper Klinik Dachau vertretene Gewerkschaft bleibt die FAU bei ihren Forderungen:

  • Neueinstellung von zusätzlich 3 Fachkräften pro Station!
  • Keine Benachteiligung von neu eingestellten KollegInnen durch verwehrte Ausgleichszahlungen - Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit!
  • Bessere Bezahlung für die Servicekräfte!
  • Für einen Arbeitsalltag mit Pausen, ohne ständige Überstunden!

Roman Danyluk (Allgemeiner Sekretär der FAU München)

Klinikleitung lässt wegen Hausfriedenbruch ermitteln

Presserklärung der FAU-Gewerkschaften im Wirtschaftsraum München und Umland - Allgemeines Syndikat, Bildungssyndikat und Syndikat für Gesundheits- und medizinische Berufe-SANITA:

FAU weist Anzeigen wegen Hausfriedensbruch zurück
Veranstaltung am 14.9.2007 / Demonstration am 15.9.2007

Bei der Kundgebung der Gewerkschaft FAU vor der Amper Klinik Dachau am 17. August 2007 wurden auf Betreiben der Klinikleitung bei vier Menschen die Personalien festgestellt. Die Polizei hat jetzt die Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch gegen die vier Betroffenen aufgenommen, da die Klinikleitung behauptet, Zeugen dafür zu haben, die die vier Personen auf dem Klinikgelände gesehen haben sollen. Ein weiterer Vorwurf ist, dass zahlreiche Flugblätter der FAU den Weg in die Klínik gefunden haben sollen, was nicht weiter verwundert, haben doch während der vierstündigen Kundgebung viele Beschäftigte und Besucher eine Menge dieser Flugblätter an sich und mit in die Klinik genommen. Das Verbreiten von sachlichen Informationen über die mittlerweile zu Lasten der Beschäftigten und Patienten veränderten Arbeitsbedingungen in der privatisierten Klinik, betrachten wir als eine normale gewerkschaftliche Tätigkeit.

Die FAU bzw. in diesen Fall das ihr angeschlossene Syndikat für Gesundheits- und medizinische Berufe-SANITA, haben sich jetzt mit einem formellen Schreiben an die Klinikleitung gewandt, da der Klinikleitung offenbar nicht bewusst ist, dass eine in der Klinik vertretene Gewerkschaft ein Zugangsrecht hat und z.B. Betriebsversammlungen durchführen oder Informationen zum Aushang bringen kann.

Die FAU fordert hiermit die Klinikleitung auf, die Anzeigen wegen Hausfriedensbruch zurückzuziehen und stattdessen das Gesprächsangebot der FAU anzunehmen. Auch alle von ihr ausgesprochenen Hausverbote müssen vom Tisch.

Die Gewerkschaft FAU weist die Drohungen der Klinikleitung entschieden zurück und setzt stattdessen auf Verhandlungen. Sie wird am Freitag, den 14.9.2007 in Dachau eine Veranstaltung zum Thema "Arbeitskämpfe in privatisierten Gesundheitseinrichtungen" im Cafe Gramsci, Burgfriedenstr. 3 (Beginn 15.30 Uhr) durchführen.

Eine Demonstration am 15.9.2007 wird das Ziel haben, die Öffentlichkeit in Dachau über die Vorgänge rund um die Amper Klinik zu informieren. Diese wird um 12.00 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Bahnhofsplatz beginnen und dort auch enden.

Alle Dachauerinnen und Dachauer sind hiermit eingeladen, selbst daran teilzunehmen. Nur gemeinsam können die Bevölkerung, die Beschäftigten und die engagierte Gewerkschaft FAU, die vier berechtigten Forderungen an die Klinikleitung durchsetzen:

  • Neueinstellung von zusätzlich 3 Fachkräften pro Station und Übernahme der Auszubildenden!
  • Keine Benachteiligung von neu eingestellten KollegInnen durch verwehrte Ausgleichszahlungen - Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit!
  • Bessere Bezahlung für die Servicekräfte!
  • Für einen Arbeitsalltag mit Pausen, ohne ständige Überstunden!

Sowohl für die Veranstaltung am 14.9.2007 als auch für die Demonstration am 15.9.2007, ist ein Vertreter der Gewerkschaft für Gesundheitsberufe (GGB) aus Hannover eingeladen. Am 15.9.2007 wird zudem auch in München im Eine-Welt-Haus (Schwanthalerstr. 80 - Raum 211) um 18.30 Uhr eine Veranstaltung zum Thema "Privatisierung von Gesundheitseinrichtungen" stattfinden. Die Betreiberin der Amper Klinik Dachau, die Rhön AG, unterhält auch in München (Altperlach, Pasing) zwei Krankenhäuser.

Die FAU-Gewerkschaften im Wirtschaftsraum München und Umland:
Allgemeines Syndikat
Bildungssyndikat
Syndikat für Gesundheits- und medizinische Berufe-SANITA

München, den 29.August 2007


Siehe auch

KDI Klinikservice GmbH

Die KDI Klinikservice GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Amper Kliniken AG und für die drei Standorte Frauenklinik und Klinikum Dachau und Klinik Indersdorf zuständig (Info der Amper Kliniken AG, gelesen 8/07).


Juli 2007: Ausstehende Gehaltszahlungen?

Ergänzung 16.8.07: Die Angaben im folgenden Beitrag konnten bisher trotz Rückfrage nicht bestätigt werden. Falls jemand die Angaben bestätigen/belegen oder verneinen/widerlegen kann: bitte info[at]ungesundleben.org kontaktieren oder direkt hier reinschreiben.

Ergänzung 1.10.07: Eine Anwältin rief am 1.10.07 bei der KDI an und wurde auf Nachfrage, mit jemanden vom Betriebsrat sprechen zu wollen, mit einer Frau verbunden. Was die Frau sagte, kann hier leider nicht veröffentlicht werden, da die Frau nicht um Erlaubnis gefragt wurde, ob ihre Auskünfte in diesem Wiki veröffentlicht werden dürfen.
Auf eine schriftliche Anfrage zur Frage der ausstehenden Gehaltszahlungen, die am 7.9.07 von Maike an den Betriebsrat der KDI verschickt wurde, traf bisher keine Antwort ein. Stattdessen traf am 28.9.07 bei Maike ein mit "Abmahnung" bezeichnetes Schreiben der KDI Geschäftsführung ein, das eine Seite des Briefes an den Betriebsrat als Kopie enthielt.

Ergänzung 19.10.07: Unter mehreren KDI-KollegInnen wusste niemand etwas von ausstehenden Gehaltszahlungen, so dass davon auszugehen ist, dass die Angaben im folgenden Beitrag entweder komplett unzutreffend sind oder sich auf ganz spezielle Ausnahmefälle beziehen, die nicht zu verallgemeinern sind.
Jetzt beginnt der eigentliche Beitrag:


Die Firma KDI, eine 100% ige Tochtergesellschaft der Amper-Kliniken, läßt Mitarbeiter ohne Gehaltszahlungen den täglichen Dienst verrichten. Fällige Gehaltszahlungen stehen noch rückwirkend bis Dezember 2006 aus. Ein Mitarbeiter hatte 4 Monate überhaupt kein Gehalt überwiesen bekommen.

Interessant ist aber, dass die Mitarbeiter für diese Firma immer noch arbeiten, da sie sonst auf dem Arbeitsmarkt keine Stelle bekommen könnten. Die Philosophie der Leitung dieser Firma ist ein Schenkelklopfer, siehe:

Unsere Geschäftsphilosophie fußt auf drei Bausteinen:

....

2. Der Mensch steht für uns im Zentrum – ob als Mitarbeiter oder Kunde. Unsere Unternehmenskultur ist von gegenseitiger Wertschätzung geprägt und dem Bewusstsein, dass ausschließlich gemeinsam Aufgaben und Herausforderungen auf Dauer erfolgreich bewältigt werden können.

Zufriedene langjährige Kunden geben uns die Gewissheit, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen. Darauf aufbauend entwickelt sich die KDI Klinikservice GmbH kontinuierlich und zielgerichtet weiter… innovativ und fortschrittlich… vom Mitarbeiter bis zum Equipment!

Das ist zum Lachen !!

Es reicht nun! Selbst der Betriebsrat hat schon aufgegeben. Hier ist echter Handlungsbedarf angesagt. Die neuesten Gehaltszahlungen sind wieder ausgeblieben. Nein, nicht ganz - einem Mitarbeiter wurden ganze 35 Euro überwiesen!! Das muß doch dem blindesten Buchhalter auffallen, dass hier was nicht stimmen kann. Die Mitarbeiter können Ihre Mieten, Ihr Essen und Ihr tägliche Kosten nicht mehr selbst tragen. Leittragende sind hier die Kinder der Mitarbeiter. Urlaubsbuchungen können nicht angetreten werden, weil hier keine Löhne bezahlt wurden. Das darf nicht sein!!!

Wir brauchen hier echte Hilfe !


Übergabe an Rhön

kma-online 22.11.04:

Am 17.12.2004 entscheidet der Dachauer Kreistag über den neuen Eigentümer. Sana, Rhön-Kliniken AG und der schwedische Krankenhausbetreiber Capio sind im Gespräch. Wie man jedoch hört, scheint die Gunst zu Gunsten der Rhön-Kliniken AG zu laufen. Verständlich wäre dies. Hatte die Rhön-Klinikum AG erst vor kurzem die benachbarten Landkreis-Krankenhäuser Pasing und Perlach übernommen und sich damit in ernste Konkurrenz zu den Amper-Kliniken gesetzt, so dürften noch andere Interessen eine Rolle spielen. Wie man munkelt, bietet die Rhön-Klinikum AG [Geschäftsführer Uwe] Schmid einen Vorstandsposten an und der Geldfluss, der mit dem Verkauf verbunden ist, tut dem Landkreis wie den Amper-Kliniken angeblich sehr gut.


In einer Presseerklärung des SPD-Ortsvereins Dachau und der SPD Stadtratsfraktion Dachau heißt es zum Verkauf an Rhön:

Mit einem Verkauf der Amperkliniken AG an einen privaten Investor würde der Landkreis riskieren, dass die medizinische Grundversorgung nicht mehr gewährleistet sein könnte. ... Die Amperkliniken AG ist der größte Arbeitgeber in Dachau. Weit über *%% Beschäftigte arbeiten im Klinikbetrieb. Gesetzlich ist die Sicherheit der Arbeitsplätze beim Verkauf für eine begrenzte Zeit garantiert. Was dann passiert, steht außerhalb des Einflusses des Landkreises. ... Die Dachauer SPD und die SPD-Stadtratsfraktion lehnen einen Verkauf der Amperkliniken AG ab. Klinikkonzerne versuchen die Krankenhauslandschaft in Deutschland aufzukaufen. Im Gesundheitswesen muss aber der Mensch und nicht der Marktanteil im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.



Siehe auch

Siehe auch

Betriebsgruppen