Amper Kliniken AG
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Zur Amper Kliniken AG gehören
Gesellschafter der Amper Kliniken AG sind seit 2005 die Rhön-Klinikum AG mit 74,9% und der Landkreis Dachau mit 25,1%. (Qualitätsbericht der Amper Kliniken AG Dachau für 2005)
Seit November 2009 gehören der Rhön Klinikum AG weitere 20,1% und somit 95% der Anteile an den Amper Kliniken.
Inhaltsverzeichnis |
Übergabe an Rhön
Am 17.12.2004 entscheidet der Dachauer Kreistag über den neuen Eigentümer. Sana, Rhön-Kliniken AG und der schwedische Krankenhausbetreiber Capio sind im Gespräch. Wie man jedoch hört, scheint die Gunst zu Gunsten der Rhön-Kliniken AG zu laufen. Verständlich wäre dies. Hatte die Rhön-Klinikum AG erst vor kurzem die benachbarten Landkreis-Krankenhäuser Pasing und Perlach übernommen und sich damit in ernste Konkurrenz zu den Amper-Kliniken gesetzt, so dürften noch andere Interessen eine Rolle spielen. Wie man munkelt, bietet die Rhön-Klinikum AG [Geschäftsführer Uwe] Schmid einen Vorstandsposten an und der Geldfluss, der mit dem Verkauf verbunden ist, tut dem Landkreis wie den Amper-Kliniken angeblich sehr gut.
In einer Presseerklärung des SPD-Ortsvereins Dachau und der SPD Stadtratsfraktion Dachau heißt es zum Verkauf an Rhön:
Mit einem Verkauf der Amperkliniken AG an einen privaten Investor würde der Landkreis riskieren, dass die medizinische Grundversorgung nicht mehr gewährleistet sein könnte. ... Die Amperkliniken AG ist der größte Arbeitgeber in Dachau. Weit über *%% Beschäftigte arbeiten im Klinikbetrieb. Gesetzlich ist die Sicherheit der Arbeitsplätze beim Verkauf für eine begrenzte Zeit garantiert. Was dann passiert, steht außerhalb des Einflusses des Landkreises. ... Die Dachauer SPD und die SPD-Stadtratsfraktion lehnen einen Verkauf der Amperkliniken AG ab. Klinikkonzerne versuchen die Krankenhauslandschaft in Deutschland aufzukaufen. Im Gesundheitswesen muss aber der Mensch und nicht der Marktanteil im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.
Nachrichten
September 2011 bis Januar 2012
Ende September wird die komplette Pflegedienstleitung (PDL) erneuert und der noch von der alten Klinikleitung eingesetzte oberste PDL Martin Bieg gefeuert. Seitdem ist die Arbeitsbelastung zwar keinen Deut besser geworden, aber es wird nach außen als solches verkauft. Die neue PDL unter Barbara Sallinger und auch der Vorstandsvorsitzende Berward Schröter sind sehr auf ihre offene und freundliche Außenwirkung bedacht.
Eine Offensive an positiven Berichterstattungen in den lokalen Medien läuft an und letztere sind auch willig der Klinik nach außen zu einem neuen, besseren Image zu verhelfen. In regelmäßigen Abständen werden mediale Lobgesänge über die moderne Einrichtung und immer wieder über die vermeintlich positive Atmosphäre unter den Beschäftigten abgehalten, während im Betrieb die Arbeitsbelastung unverändert hoch ist. Im Oktober verkündet Fr. Sallinger, dass der Stellenplan in der Pflege "voll besetzt" sei. Damit ist natürlich der Stellenplan der Rhön AG gemeint, der bei weitem zu niedrig angesetzt ist.
Juli bis September 2011
Die Unabhängige Betriebsgruppe an den Amper Kliniken erringt eine vorübergehende Bettensperrung. Um gegen Personalmangel öffentlich vorzugehen verfassten sie am 21. Juli folgende Presseerklärung:
Arbeitssituation der Beschäftigten an den Amper Kliniken AG Dachau ist im Begriff weiter zu eskalieren
Durch bereits bestehende Personalmängel und daraus folgende Krankheitsausfälle durch Überbelastung, kommt zur allgemeinen Arbeitsverdichtung noch der Druck, die Ausfälle zu kompensieren. Dies hat sich, v.a. in den Bereichen der Pflege in der Inneren Medizin, derart verschärft, dass zum Teil nicht einmal mehr die einzelnen Schichten voll besetzt werden können. So manifestiert sich die Kehrseite der von Rhön Klinikum AG und Amper Kliniken AG verkündeten jährlichen Rekordzahlen an behandelten PatientInnen. Wir Beschäftigte werden mit einem Hoffen auf ein „Sommerloch“, also einem saisonbedingten Rückgang der PatientInnenzahlen, vertröstet. Neueinstellungen von Personal sind nicht in Sicht. Sowohl von Pflegekräften, als auch von der immer wieder angekündigten Schaffung von Stellen für Stationsassistentinnen, einem Berufsfeld das vor Jahren abgeschafft wurde. Wir glauben nicht an „Sommermärchen“ und haben keine Lust mehr uns länger hinhalten zu lassen. Daher fordern wir von sämtlichen Verantwortlichen, der (neuen) Klinikleitung, des ärztlichen Leitungsgremiums und der Pflegedienstleitung umgehend zu handeln und die Bettenzahlen den Personalzahlen anzugleichen, wenn dies umgekehrt schon nicht möglich scheint. Anders ausgedrückt: Wir fordern Betten zu sperren''
Eine halbe Station wird bis Mitte September gesperrt, damit die Krankenschwestern ihre Überstunden abbauen können. Die ebenfalls geforderten Stellen der Stationsassistentinnen werden in der Woche darauf ausgeschrieben.
Die Lokalpresse berichtet negativ über Eigeninitiative der Beschäftigten, woraufhin ungesundleben die Gruppe in einem Interview Raum für ausführliche Erklärung gibt.
Juni 2011
Vorstandsvorsitzender Uwe Schmid verlässt die Amper Kliniken AG und geht in den Ruhestand. Er stand für eine Führung der harten Hand und dafür aus den Mitarbeitern das letzte heraus zu pressen. Unter seiner nahezu 15 jährigen Ägide wurde das Kreiskrankenhaus Mitte der Neunziger zur GmbH, 2001 zur landkreiseigenen Aktiengesellschaft und schließlich 2005 an den Klinikkonzern Rhön Klinikum AG angegliedert.
Es gilt als sein Verdienst, dass die Amper Kliniken stets schwarze Zahlen schrieben, dass sie jährlich mehr Patienten versorgten, dass sie jährlich größere Gewinnen einfuhren. Aber auch dass Stellen, v.a. in der Pflege kontinuierlich abgebaut wurden. Gab es 2001 noch 1100 Beschäftigte, sind es heute noch 780. Viele Bereiche wurden ab 2004 in eigene Gesellschaften ausgelagert. Belohnt wurde er vom Rhön Konzern mit dem Posten des Verantwortlichen für das Management der südbayerischen Rhön Kliniken.
Seine Nachfolge darin und als Vorstandsvorsitzender der Amper Kliniken AG übernimmt Bernward Schröter.
Dezember 2010
Beschäftigte der Amper Kliniken AG protestieren gegen ihre Arbeitsbedingungen
Am 5. Dezember organisierten die Dachauer KollegInnen einen Infostand in der zu dieser Jahreszeit gut besuchten Dachauer Altstadt. Unter dem Motto "Wir wehren uns - Dachauer Klinikbeschäftigte" sollte der sozialen Kälte eingeheizt und an die Kämpfe europäischer KollegInnen angeknüpft werden.
Die Beteiligung von Krankenhauspersonal war z.B. in Griechenland, Frankreich oder zuletzt in Tschechien völlig normal. In der BRD kam der Protest gegen sogenannte Sparpakete nicht über symbolische Latschdemos hinaus. Der vom DGB versprochene "heiße Herbst" wird im Aufruf der DachauerInnen als "laues Lüftchen" bezeichnet.
Aber es sollte auch nicht "große Politik" gemacht werden. Ausgehend von der eigenen Lage, sollten alle ArbeiterInnen ohne das Kommando ihrer vermeintlichen StellvertreterInnen, sich selbst zusammenschließen, organisieren und für ihre Belange eintreten. Am Beispiel der Praxis des Konzerns Rhön Klinikum AG, dem die Amper Kliniken AG zu 95% gehört, wurden die daraus resultierenden Arbeitsbedingungen, Kürzungen und die demgegenüber gestellten jährlich steigenden Gewinne des Konzerns an einem konkreten Beispiel der Öffentlichkeit dargestellt. An einer Stelltafel mit Zeitungsartikeln der letzten sechs Jahre konnten die PassantInnen die schrittweisen Einschnitte des Klinikpersonals nachverfolgen.
Fazit: "Wir wollen nicht warten bis uns jemand zur Hilfe eilt – Wir müssen uns selbst helfen"
Das verteilte Flugblatt: Rhön Klinikum AG - Amper Kliniken AG - Und die Beschäftigten
Weitere Infos zur Betriebsgruppe: www.betriebsgruppen.de/bgak
August 2010
Unabhängige Betriebsgruppe informiert Kreistag (indirekt)
Auf der Kreistagssitzung am 23. Juli 2010 wurde die Personalsituation am Dachauer Klinikum erörtert. Der Vorstand der Amper Kliniken AG, Uwe Schmid, sagte dem Kreistag, es bestehe eine angemessene Versorgung und Betreuung. Schmid war auf Initiative der SPD-Fraktion aufgefordert worden, dem Kreistag zu berichten.
Die Amper Kliniken AG ist im Auftrag des Kreistags für die medizinische Grundversorgung im Landkreis Dachau zuständig, wobei der Landkreis 5,1 % an der AG hält und den Rest der Anteile die Rhön Klinikum AG.
Eine Kreisrätin, Marese Hoffman (Bündnis 90/Die Grünen), überprüfte die Auskünfte Schmids. Sie wandte sich dabei auch an die Unabhängige Betriebsruppe Amperkliniken. Die Betriebsgruppe stellte anhand von Zahlenmaterial die Personalsituation dar. Sowohl VertreterInnen von Bündnis 90/Die Grünen als auch der SPD reagierten auf diese Informationen erschrocken. Es wird nun genauere Prüfungen geben.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 4.8.10 | Artikel: "Am Dachauer Klinikum fehlt Pflegepersonal"
Wäre doch schön, wenn Kreistäge usw. gleich von vornherein nicht nur Geschäftsführungen einladen würden, sondern alle relevanten Informationsquellen, um sich über die Gewährleistung der Grundversorgung zu informieren! Wieso ist das nicht selbstverständlich?
Siehe auch
Mai 2009
Ver.di Mitgliederversammlung
Am 5. Mai 2009 hat Ver.di in den AmperKliniken eine Mitgliederversammlung durchgeführt.
Den Ver.di Mitgliedern in der unabhängigen Betriebsgruppe Amperkliniken war davon nichts bekannt. Sie wurden weder schriftlich eingeladen noch wurden Einladungen im Haus verteilt wie bei der vorigen Ver.di-Versammlung (wenn auch nur wenige Tage vor dem Termin). Auch hat kein Ver.di Mitglied, das nicht in der unabhängigen Betriebsgruppe ist, den Ver.di-KollegInnen in der Betriebsgruppe Bescheid gegeben.
Am 6. Mai 2009 wurde eine Kollegin der Betriebsgruppe gefragt, ob sie nicht Mitglied der Tarifkommission sein wolle. Die Tarifkommssion 2005 hatte aus Ärzten, Stationleitung und Fachkrankenschwestern und/oder BR-Mitgliedern bestanden.
Seit der zweiten Ausgabe der Betriebszeitung Antigen werden KollegInnen aus der unabhängigen Betriebsgruppe von KollegInnen aus der Ver.di-Betriebsgruppe mit skeptischen Blicken bedacht.
Nachtrag der unabhängigen Betriebsgruppe September 2010:
Mittlerweile hat man sich zwischen unabhängiger und verdi Betriebsgruppe auf ein mehr oder minder konstruktives Nebeneinander, und bei konkreten Sachen (z.B. Streiks) auch miteinander, geeinigt. Denn wir sollten unsere Energie primär zu Lasten der Gegenseite verwenden, nicht ständig unbezweifelt bestehende, Differenzen gegeneinander austragen. Das Problem mit den "nicht erhaltenen" Einladungen ist behoben und war nie das Verschulden der im Betrieb aktiven verdi-Leute.
April 2009
Jagd auf Betriebszeitung
Wie interne Kreise berichten, hat es im Service-Bereich eine Jagd auf die zweite Ausgabe der Betriebszeitung Antigen gegeben. Dabei sollen sogar die Privatfächer der KollegInnen durchsucht worden sein - was gar nicht gut ankam.
Die Antigen wird von der Betriebsgruppe AmperKliniken herausgegeben. Auf deren Einladungen zu einem Stammtisch der Beschäftigten hat man ebenfalls Jagd gemacht.
Die bisher erschienenen Ausgaben der Antigen können auf der Seite der Betriebsgruppe] heruntergeladen werden.
Februar 2009
Personalmangel
Seit der Woche nach Weihnachten bis durch den Januar zieht sich ein absoluter Personalmangel durch Krankheitsausfälle -- und zwar über alle Stationen. Es wird eingeschoben, länger gearbeitet etc.
Die Versorgung kommt mehr ins Schludern, als sonst schon. So werden z.B. präfinale PatientInnen (Sterbende) in ein Dreibett-Zimmer eingeschoben.
Dass über dem Limit gearbeitet wird, ist ja normal. Aber jetzt können die Schichten flächendeckend nicht mehr komplett besetzt werden. Einzelne MitarbeiterInnen werden zu Teildiensten genötigt, d.h. ihre Dienstzeit wird in zwei Teile mit mehrstündiger Unterbrechung geteilt und bei der Gelegenheit um einige Stunden verlängert. Laut Pflegedienstleitung (PDL) ist der Stellenplan der Pflege voll besetzt. Etwa 6 Monate zuvor gab es einen Versuch, Nachdienst-Zeiten zu verkürzen, der jedoch am Widerstand der KollegInnen scheiterte.
Verhandlungen über Haustarifvertrag
Im Frühjahr 2009 wird ein neuer Haustarifvertrag zwischen Ver.di und der Rhön AG verhandelt werden. Die Ver.di Betriebsgruppe der Amper Kliniken (zwei vom Betriebsrat) hat diesbezüglich nicht die unabhängige Betriebsgruppe Amperkliniken im Haus kontaktiert, wobei die unabhängige Betriebsgruppe nach eigenen Aussagen aber auch keinen Wert darauf legt, in die Verhandlungen einbezogen zu werden, da sie eigene Forderungen hat, die sich sowieso nicht mit verdi in Einklang bringen lassen.
Anfang Februar 2009 wurde die Tarifkommission gewählt und die Forderungen durchgegangen. Die Einladungen dazu wurden nur 5 Tage zuvor unter den MitarbeiterInnen der Klinik verteilt.
Auf der Betriebsvollversammlung am 18. Februar teilte ver.di mit, sie habe ihre „Philosophie“ bezüglich Tarifverhandlungen in Häusern mit niedrigem Organisationsgrad geändert. Bei nur rund 10% Organisationsgrad wie in den Amperkliniken habe ver.di nicht genügend Rückendeckung. Jede/r MitarbeiterIn solle für sich selber mit den Arbeitgeber verhandeln und sich überlegen, ob ein Eintritt in die ver.di nicht doch besser wäre.
Gerichtsprozesse gegen AktivistInnen
Die Geschäfstführung der Amper Kliniken AG führt Prozesse wegen "Hausfriedensbruchs" gegen AktivistInnen der Gewerkschaft Freie ArbeiterInnen Union (FAU), die im Verlauf einer Kundgebung am 17. August 2007 Flugblätter innerhalb des Klinikgebäudes verteilt haben sollen.
Am 16. Februar 2009 fand der zweite Prozess in dieser Sache statt. Das Verfahren wurde eingestellt. Näheres siehe Seite der Betriebsgruppe AmperKliniken.
November 2008
Tell it like it is – Interview mit zwei Militanten aus den Amper Kliniken
Direkte Aktion München 8.11.08:
Vor über einem Jahr rüttelte ein Arbeitskampf an den Amper Kliniken in Dachau die Öffentlichkeit der beschaulichen Kleinstadt vor den Toren Münchens auf. Im Sommer/Herbst 2007 waren die miesen Arbeitsbedingungen wochenlang Thema in diversen Lokalzeitungen der Kreisstadt. Vielen Menschen in Dachau dämmerte spätestens zu diesem Zeitpunkt, dass die Privatisierung der Kreiskliniken Dachau/Indersdorf im Jahr 2001 ziemlich negative Folgeerscheinungen nach sich gezogen haben. Dies gilt sowohl fur die Klinikbeschäftigten – die unter Personalreduzierungen, billiger Leiharbeit und schlechteren Arbeitsbedingungen zu leiden haben – als auch für Patientinnen, die zunehmend über eine schlechtere Versorgung klagen. Die Lokalzeitung der FAU München, die «Direkte Aktion München», führte dazu ein Interview mit zwei Betriebsmilitanten.
September 2007
Beschäftigte verabreden Aktivitäten, FAU strebt Anerkennung als vertretene Gewerkschaft an
Pressemitteilung FAU Lokalföderation München 16.9.07:
Aktionswochenende!Das Aktionswochenende der FAU zu den Arbeitsbedingungen in den Amper Kliniken ist mit einer Veranstaltung in Dachau und in München sowie einer Kundgebung in Dachau erfolgreich durchgeführt worden.
Jeweils 15 Menschen nahmen an den beiden Veranstaltungen teil und ca. 25 Teilnehmer waren auf der Kundgebung am Dachauer Bahnhofsplatz. Mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer wären durchaus wünschenswert gewesen, aber die Vorträge und Redebeiträge waren sehr informativ und motivierend. Die Diskussionen während und nach den Veranstaltungen führten zu erster Schritten für eine breitere Organisierung der Beschäftigten. Speziell die Veranstaltung in Dachau, bei der die Krankenhausbeschäftigten mächtig Dampf abließen und gemeinsame Aktivitäten verabredeten, zeigte, dass die Belegschaft genug von den miesen Arbeitsbedingungen an den Amper Kliniken hat.
Die angemeldete Demonstration am nächsten Tag wurde jedoch nicht durchgeführt, da die anwesenden Beschäftigten der Amper-Kliniken die Situation dahingehend einschätzten, dass sie noch vor ihrem aktiv werden, starken Repressionen seitens der Klinikleitung ausgesetzt gewesen wären.
Dies bestätigt nur nochmal das Klima der Einschüchterung und der Angst um den Arbeitsplatz, das die Klinikleitung erzeugt. Trotzdem werden Teile der Belegschaft anfangen, sich zu organisieren und den Kampf gegen die schlechten Arbeitsbedingungen aufnehmen. Die Protestkundgebung war auch ohne anschließende Demonstration ein Erfolg, da Präsenz gezeigt wurde, und viele Flugblätter an die Dachauerinnen und Dachauer verteilt wurden.
Etwas befremdlich war das Verhalten der Polizei, die mehrfach drohte die Kundgebung aufzulösen, und als Grund dafür angab, dass abgespielte Arbeiter- und Gewerkschaftslieder nicht wie im Auflagenbescheid angegeben als themenbezogene Beiträge anzusehen wäre. Besonders das Abspielen der Internationale war den Ordnungshütern ein Dorn im Auge. Scheinbar ist die Internationale in Dachau verboten!...
Desweiteren wurde mehrmals von der Polizei angedroht, dass die Demo auf dem Gehsteig stattfinden müsse, da sie, und das ist kein Scherz, nur fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Protestkundgebung zählte!Für die meisten Beschäftigten war es das erste Mal, dass sie zu einer Demonstration gingen, entsprechend unsicher waren sie. Für uns als Basisgewerkschaft war es selbstverständlich, dass wir auf die Bedenken der anwesenden Klinikbeschäftigten Rücksicht nahmen, und trotz Genehmigung der Demonstration, es nicht auf eine Kraftprobe mit der Polizei ankommen ließen und die Pflegekräfte der Amperklinik aus der Schusslinie brachten.
Weitere Aktionen in und an den Amper-Kliniken werden folgen, da dieser Kampf sowieso ein langfristig angelegter Konflikt ist. Unsererseits wird dabei ein Schwerpunkt die Durchsetzung der Anerkennung der FAU als in den Amper-Klinken vertretene Gewerkschaft sein.
Gewerkschaftssekretäre
Alexa und Roman
Siehe auch
- Homepage der FAU Lokalföderation München
- Die Internationale in vielen Sprachen als MP3
- Betriebsgruppe AmperKliniken
August 2007
Klinikleitung gegen Basisgewerkschaft - Aktion der FAU München vor der Amper Klinik Dachau
Am Freitag, den 17. August 2007 führte die FAU eine angemeldete Kundgebung von 12 bis 16 Uhr vor dem Klinikgelände der Amper Klinik Dachau durch.
Den bis zu 20 Leuten am Infostand bzw. der kleinen Bühne wurden die mitgebrachten Flugblätter, die über die seit der Privatisierung enorm verschechterten Arbeitsbedingungen aufklärten und Möglichkeiten der Gegenwehr ansprachen, gerne abgenommen. Dabei zeigte sich sehr schnell, dass das Klima unter den Klinikbeschäftigten von Angst um den Arbeitsplatz und Einschüchterung geprägt ist.
Da das weitläufige Gelände angeblich weitgehend der privaten Nutzung der KlinikbetreiberInnen unterliegt, wurde den GewerkschaftsaktivistInnen ein Platz an einer Zufahrtsstraße zugewiesen, was viele Vorbeifahrende nicht daran hinderte, abzubremsen und Flugblätter in Empfang zu nehmen bzw. Gespräche zu führen. Exemplarisch war etwa der Kommentar einer Frau, die verlauten liess: "Mein Mann arbeitet in der Klinik. Seit der Privatisierung wird es immer schlimmer. Macht weiter so!"
Im Laufe der vierstündigen Aktion gab es ein überraschend positives Echo auf Seiten der Klinikbeschäftigten und -besucherInnen. Viele verlangten sogar gleich mehrere Flugblätter, um sie an die interssierten KollegInnen verteilen zu können.
Die im Vorfeld informierte Presse schickte Vertreter an den Gewerkschaftsstand, wobei ein Reporter der "Süddeutschen Zeitung" davon berichtete, dass ihre kritische Berichterstattung bei der Geschäftsleitung der Amper Klinik gar nicht gerne gesehen wird. Der SZ flatterte deswegen bereits eine Unterlassungserklärung ins Haus. Apropos Klinikleitung. Diese schaute mehrmals am Infostand vorbei und beschwerte sich über Flugblätter, die unverständlicherweise den Weg in die Klinikgebäude gefunden hatten. Gegenüber den Pressevertretern waren sie hingegen eher kleinlaut und antworteten auf deren Anfragen nur mit einem lakonischen "Kein Kommentar", obwohl im Flugblatt der FAU ganz konkrete Mißstände benannt wurden. Statt sich also den vorgebrachten Argumenten und Forderungen der Basisgewerkschaft zu stellen, hetzte die Klinikleitung lieber Polizeibeamte in Uniform und Zivil auf die AktivistInnen. Zum Ende der Kundgebung sprach der Rechtsvertreter der Amper Klinik gegenüber neuen Personen ein Hausverbot für das gesamte, weitverzweigte Klinikgelände aus und ließ gegen vier Personen eine Anzeige aufnehmen.
Davon wollen sich dem Vernehmen nach die FAU-Gewerkschaften in München jedoch nicht abschrecken lassen und mit Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen den Kampf fortsetzen. Über ihre Beweggründe schreibt die FAU in dem vor der Klinik verteilten Flugblatt:
Den Kampf um die Rechte, aber auch um die Würde der Klinikbeschäftigten werden wir als Basisgewerkschaft FAU tatkräftig unterstützen. Deswegen stellen wir Öffentlichkeit her und informieren über die arbeitnehmerfeindlichen Maßnahmen des Managements.
Als in der Amper Klinik Dachau vertretene Gewerkschaft bleibt die FAU bei ihren Forderungen:
- Neueinstellung von zusätzlich 3 Fachkräften pro Station!
- Keine Benachteiligung von neu eingestellten KollegInnen durch verwehrte Ausgleichszahlungen - Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit!
- Bessere Bezahlung für die Servicekräfte!
- Für einen Arbeitsalltag mit Pausen, ohne ständige Überstunden!
Roman Danyluk (Allgemeines Syndikat der FAU München)
Klinikleitung lässt wegen Hausfriedenbruch ermitteln
FAU weist Anzeigen wegen Hausfriedensbruch zurück
Veranstaltung am 14.9.2007 / Demonstration am 15.9.2007Bei der Kundgebung der Gewerkschaft FAU vor der Amper Klinik Dachau am 17. August 2007 wurden auf Betreiben der Klinikleitung bei vier Menschen die Personalien festgestellt. Die Polizei hat jetzt die Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch gegen die vier Betroffenen aufgenommen, da die Klinikleitung behauptet, Zeugen dafür zu haben, die die vier Personen auf dem Klinikgelände gesehen haben sollen. Ein weiterer Vorwurf ist, dass zahlreiche Flugblätter der FAU den Weg in die Klínik gefunden haben sollen, was nicht weiter verwundert, haben doch während der vierstündigen Kundgebung viele Beschäftigte und Besucher eine Menge dieser Flugblätter an sich und mit in die Klinik genommen. Das Verbreiten von sachlichen Informationen über die mittlerweile zu Lasten der Beschäftigten und Patienten veränderten Arbeitsbedingungen in der privatisierten Klinik, betrachten wir als eine normale gewerkschaftliche Tätigkeit.
Die FAU bzw. in diesen Fall das ihr angeschlossene Syndikat für Gesundheits- und medizinische Berufe-SANITA, haben sich jetzt mit einem formellen Schreiben an die Klinikleitung gewandt, da der Klinikleitung offenbar nicht bewusst ist, dass eine in der Klinik vertretene Gewerkschaft ein Zugangsrecht hat und z.B. Betriebsversammlungen durchführen oder Informationen zum Aushang bringen kann.
Die FAU fordert hiermit die Klinikleitung auf, die Anzeigen wegen Hausfriedensbruch zurückzuziehen und stattdessen das Gesprächsangebot der FAU anzunehmen. Auch alle von ihr ausgesprochenen Hausverbote müssen vom Tisch.
Die Gewerkschaft FAU weist die Drohungen der Klinikleitung entschieden zurück und setzt stattdessen auf Verhandlungen. Sie wird am Freitag, den 14.9.2007 in Dachau eine Veranstaltung zum Thema "Arbeitskämpfe in privatisierten Gesundheitseinrichtungen" im Cafe Gramsci, Burgfriedenstr. 3 (Beginn 15.30 Uhr) durchführen.
Eine Demonstration am 15.9.2007 wird das Ziel haben, die Öffentlichkeit in Dachau über die Vorgänge rund um die Amper Klinik zu informieren. Diese wird um 12.00 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Bahnhofsplatz beginnen und dort auch enden.
Alle Dachauerinnen und Dachauer sind hiermit eingeladen, selbst daran teilzunehmen. Nur gemeinsam können die Bevölkerung, die Beschäftigten und die engagierte Gewerkschaft FAU, die vier berechtigten Forderungen an die Klinikleitung durchsetzen:
- Neueinstellung von zusätzlich 3 Fachkräften pro Station und Übernahme der Auszubildenden!
- Keine Benachteiligung von neu eingestellten KollegInnen durch verwehrte Ausgleichszahlungen - Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit!
- Bessere Bezahlung für die Servicekräfte!
- Für einen Arbeitsalltag mit Pausen, ohne ständige Überstunden!
Sowohl für die Veranstaltung am 14.9.2007 als auch für die Demonstration am 15.9.2007, ist ein Vertreter der Gewerkschaft für Gesundheitsberufe (GGB) aus Hannover eingeladen. Am 15.9.2007 wird zudem auch in München im Eine-Welt-Haus (Schwanthalerstr. 80 - Raum 211) um 18.30 Uhr eine Veranstaltung zum Thema "Privatisierung von Gesundheitseinrichtungen" stattfinden. Die Betreiberin der Amper Klinik Dachau, die Rhön AG, unterhält auch in München (Altperlach, Pasing) zwei Krankenhäuser.
Die FAU-Gewerkschaften im Wirtschaftsraum München und Umland:
München, den 29.August 2007
Allgemeines Syndikat
Bildungssyndikat
Syndikat für Gesundheits- und medizinische Berufe-SANITA
Siehe auch
KDI Klinikservice GmbH
Die KDI Klinikservice GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Amper Kliniken AG und für die drei Standorte Frauenklinik und Klinikum Dachau und Klinik Indersdorf zuständig (Info der Amper Kliniken AG, gelesen 8/07).
Juli 2007: Ausstehende Gehaltszahlungen?
Ergänzung 16.8.07: Die Angaben im folgenden Beitrag konnten bisher trotz Rückfrage nicht bestätigt werden. Falls jemand die Angaben bestätigen/belegen oder verneinen/widerlegen kann: bitte info[at]ungesundleben.org kontaktieren oder direkt hier reinschreiben.
Ergänzung 1.10.07: Eine Anwältin rief am 1.10.07 bei der KDI an und wurde auf Nachfrage, mit jemanden vom Betriebsrat sprechen zu wollen, mit einer Frau verbunden. Was die Frau sagte, kann hier leider nicht veröffentlicht werden, da die Frau nicht um Erlaubnis gefragt wurde, ob ihre Auskünfte in diesem Wiki veröffentlicht werden dürfen.
Auf eine schriftliche Anfrage zur Frage der ausstehenden Gehaltszahlungen, die am 7.9.07 von Maike an den Betriebsrat der KDI verschickt wurde, traf bisher keine Antwort ein. Stattdessen traf am 28.9.07 bei Maike ein mit "Abmahnung" bezeichnetes Schreiben der KDI Geschäftsführung ein, das eine Seite des Briefes an den Betriebsrat als Kopie enthielt.
Ergänzung 19.10.07: Unter mehreren KDI-KollegInnen wusste niemand etwas von ausstehenden Gehaltszahlungen, so dass davon auszugehen ist, dass die Angaben im folgenden Beitrag entweder komplett unzutreffend sind oder sich auf ganz spezielle Ausnahmefälle beziehen, die nicht zu verallgemeinern sind.
Jetzt beginnt der eigentliche Beitrag:
Die Firma KDI, eine 100% ige Tochtergesellschaft der Amper-Kliniken, läßt Mitarbeiter ohne Gehaltszahlungen den täglichen Dienst verrichten. Fällige Gehaltszahlungen stehen noch rückwirkend bis Dezember 2006 aus. Ein Mitarbeiter hatte 4 Monate überhaupt kein Gehalt überwiesen bekommen.
Interessant ist aber, dass die Mitarbeiter für diese Firma immer noch arbeiten, da sie sonst auf dem Arbeitsmarkt keine Stelle bekommen könnten. Die Philosophie der Leitung dieser Firma ist ein Schenkelklopfer, siehe:
Unsere Geschäftsphilosophie fußt auf drei Bausteinen:....
2. Der Mensch steht für uns im Zentrum – ob als Mitarbeiter oder Kunde. Unsere Unternehmenskultur ist von gegenseitiger Wertschätzung geprägt und dem Bewusstsein, dass ausschließlich gemeinsam Aufgaben und Herausforderungen auf Dauer erfolgreich bewältigt werden können.
Zufriedene langjährige Kunden geben uns die Gewissheit, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen. Darauf aufbauend entwickelt sich die KDI Klinikservice GmbH kontinuierlich und zielgerichtet weiter… innovativ und fortschrittlich… vom Mitarbeiter bis zum Equipment!
Das ist zum Lachen !!
Es reicht nun! Selbst der Betriebsrat hat schon aufgegeben. Hier ist echter Handlungsbedarf angesagt. Die neuesten Gehaltszahlungen sind wieder ausgeblieben. Nein, nicht ganz - einem Mitarbeiter wurden ganze 35 Euro überwiesen!! Das muß doch dem blindesten Buchhalter auffallen, dass hier was nicht stimmen kann. Die Mitarbeiter können Ihre Mieten, Ihr Essen und Ihr tägliche Kosten nicht mehr selbst tragen. Leittragende sind hier die Kinder der Mitarbeiter. Urlaubsbuchungen können nicht angetreten werden, weil hier keine Löhne bezahlt wurden. Das darf nicht sein!!!
Wir brauchen hier echte Hilfe !
Siehe auch
Siehe auch
- Homepage der Amper Kliniken AG
- 17.8.07: Kundgebung in der Nähe der Amper Kliniken in Dachau
- Gewerkschaft Gesundheitsberufe (GGB)
- Rhön
- Interview mit der unabhängigen Betriebsgruppe AmperKliniken

